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Das nächste Kapitel wird geschrieben

Wer übernimmt im digitalen Zeitalter freiwillig eine Druckerei? Patrick Gimmi hat genau das getan. Seit Anfang August führt er die Druckerei Mogensen an der Berglistrasse in Arbon. Damit übernimmt er die Verantwortung für ein Unternehmen mit 125-jähriger Geschichte – und setzt darauf, dass bedrucktes Papier auch in Zukunft seinen Platz haben wird.

Sabine Moosmann

Auf den ersten Blick scheint es kein einfacher Zeitpunkt zu sein, um sich mit einer Druckerei selbstständig zu machen. Digitale Kommunikation hat viele klassische Drucksachen ersetzt, Informationen erreichen ihre Empfängerinnen und Empfänger innert Sekunden per E-Mail, Newsletter oder über soziale Medien. Gimmi sieht darin jedoch nicht nur Konkurrenz, sondern auch eine Chance für gedruckte Produkte. «Papier hat etwas Wertiges. Ich bin dem Digitalen nicht abgeneigt, aber wir werden täglich mit Informationen überflutet. Papier bleibt», sagt er. Gerade weil vieles digital geworden sei, könne sich ein hochwertiges Druckerzeugnis von der Masse abheben. Darauf hat sich die Druckerei Mogensen spezialisiert. Neben alltäglichen Druckaufträgen gehören unter anderem Folienprägungen und besondere Veredelungen zum Angebot. «Wir bedrucken nicht nur Papier und nicht nur schwarz auf weiss», sagt Gimmi.

Erwin Steiner übergab Anfang August die Druckerei Mogensen an Patrick Gimmi (r.).
Erwin Steiner übergab Anfang August die Druckerei Mogensen an Patrick Gimmi (r.).
© z.V.g.

Die Druckerei verstehe sich dabei auch als Partnerin von Grafikbüros, Gewerbe- und Privatkunden. «Wir sind zwar keine Grafiker, aber wir zeigen auf, welche kreativen Druckmöglichkeiten verfügbar und umsetzbar sind.» Als Beispiel nennt Gimmi den Unterschied zwischen einem Newsletter im E-Mail-Postfach und einem Flyer, der per Post verschickt wird. Seine Überzeugung: Während eine digitale Nachricht schnell weggeklickt oder vom Spamfilter aussortiert wird, muss ein physisches Druckerzeugnis zumindest in die Hand genommen werden. Besonders gestaltete Drucksachen hätten deshalb die Chance, zusätzliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Genau dort will sich die Druckerei Mogensen positionieren. «Wir machen nicht nur 08/15-Drucksachen. Wir suchen immer nach neuen Möglichkeiten und versuchen, uns nicht nur auf die üblichen Standardprodukte zu beschränken», sagt Gimmi.

Der Wunsch nach Selbstständigkeit

Dass Gimmi heute an der Spitze des Arboner Betriebs steht, ist das Ergebnis einer erfolgreichen Nachfolgesuche. Der bisherige Besitzer Erwin Steiner hatte dies bereits vor einigen Jahren aufgegleist, um eine Person zu finden, die das Unternehmen weiterführen könnte. Gleichzeitig trug Gimmi schon länger den Wunsch mit sich, sich mit einer kleinen Druckerei selbstständig zu machen. Als er von der Nachfolgesuche bei Mogensen erfuhr, passten die beiden Pläne zusammen. «Ich habe damals in einem grossen Unternehmen gearbeitet und träumte von der Selbstständigkeit und der Zusammenarbeit mit einem kleinen Team», sagt Gimmi. Seit Anfang August ist dieser Wunsch Realität. Die Übergabe erfolgt allerdings nicht von einem Tag auf den anderen. Erwin Steiner soll noch mindestens bis Ende 2027 im Unternehmen tätig bleiben und sein Wissen sowie seine Erfahrung einbringen. «Es ist gut, Erwin noch an Bord zu haben. Ich bin froh, dass er uns mit seinen innovativen Gedanken weiterhin erhalten bleibt», sagt Gimmi. Mit dem Besitzerwechsel soll sich die Druckerei nicht einfach auf ihrer 125-jährigen Geschichte ausruhen. Gimmi plant, das Angebot auszubauen und dafür auch in die Infrastruktur zu investieren. «In den nächsten Monaten werden wir unser Team sowie unsere Betriebsinfrastruktur ausbauen.»

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