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Alexa und Emanuel Vogel (vorne 3.v.l./hinten 4.v.l.) mit dem Team des «Jungen Musiktheaters Arbon».

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Die Magie der Bühne lockt

Arbon bekommt seine eigenen Festspiele. Noch nicht sofort, aber 2027 ist es soweit. Dann realisiert der neu gegründete Verein «Junges Musiktheater Arbon» im Mai ein erstes grosses Musical-Projekt. Die treibende Kraft dahinter ist ein engagiertes Team aus Arbon rund um Sopranistin Alexa Vogel und ihren Mann Emanuel.

Livia Baettig

Die Freude an Musik, Theater und Gesang steckt an. Alexa Vogel ist Musikprofi durch und durch. Sie stand schon auf den verschiedensten Bühnen, unterrichtet Gesang, leitet Chöre und vieles mehr. Doch sie hegte schon länger einen Plan: Eine Plattform für junge Bühnentalente zu schaffen. Dazu wurde mithilfe eines engagierten Vorstandsteams am 18. Februar das «Junges Musiktheater Arbon» gegründet. Ziel des Vereins ist es, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, aktiv Bühnenluft zu schnuppern – auf, hinter und neben der Bühne. Der kulturelle Begegnungsort für die jungen Kreativen soll den künstlerischen Ausdruck, Teamarbeit und natürlich die persönliche Entwicklung fördern.

Die Detektive kommen!

Das Präsidium übernimmt Emanuel Vogel, der hauptsächlich als Musiktherapeut arbeitet. Hinter ihm steht ein engagiertes Team aus verschiedenen Fachrichtungen von Kulturschätzenden aus Arbon und der Umgebung: Nadia Biesoldt, Alexandra Egger, Renata Gralak, Stefan Helfenberger, Felix Heller, Marion Nägeli, Leonie Karrer und natürlich seine Frau Alexa Vogel. Alle teilen ihre Begeisterung für Gesang, Musik, Theater und Bühne; sei es, dass sie schon selbst oder ihre Kinder im Rampenlicht standen. Dank ihrem Netzwerk gelang es Alexa Vogel gezielt ehrenamtliche Vorstandsmitglieder zu gewinnen, welche sich trotz Job und Familie bewusst die Zeit nehmen wollen, für kulturelles Engagement.

Als erstes grosses Projekt 2027 realisiert der Verein «Junges Musiktheater Arbon» das bekannte Musical «Emil und die Detektive». Eine Geschichte über die Kraft von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Zivilcourage. Die Handlung des Musicals basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Erich Kästner. Die Gesamtleitung des Projekts übernimmt Alexa Vogel. Für die Regie konnte Björn Reifer gewonnen werden, der seit 2005 als Co-Leiter der Fachstelle Theater an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen tätig ist und über langjährige Erfahrung in der Theaterarbeit mit jungen Menschen verfügt. Die musikalische Leitung liegt bei Leo Gschwend, ehemaliger Leiter der Musikschule Arbon und heutiger Leiter des Sinfonischen Orchesters Arbon und der Arboner Sänger.

Bald folgt das Casting

Für die erste Produktion des jungen Vereins wird bald das Casting ausgeschrieben, welches schon dieses Jahr am 30. und 31. Mai stattfinden wird. Gesucht werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Interesse haben, Teil eines professionell begleiteten Musiktheaterprojekts zu werden, egal ob mit oder ohne Vorerfahrung. Für die Vorbereitung bleibt knapp ein Jahr. In dieser Zeit wird dann das Stück erarbeitet und geprobt. Die Aufführungen sind auf Mai 2027 geplant.

Weitere Informationen sowie zu den Projektdetails unter www.jungesmusiktheater.ch.

«Jetzt oder nie» – Alexa Vogel über das Projekt «Junges Musiktheater Arbon»

Alexa Vogel, wie kam es zur Idee mit dem Musiktheater?
Alexa Vogel: Ich bin 40 Jahre alt geworden und sagte mir: Jetzt oder nie! Es packte mich die Lust, etwas Neues zu schaffen, Talente zu fördern und jungen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich auszuprobieren und über sich hinauszuwachsen. In unserer Region hat es Leute mit grossem Potenzial. Mein Mann hat mich immer wieder ermutigt, es endlich zu wagen.  Musik, Gesang und Bühne ist meine Leidenschaft und ich finde es sehr sinnvoll und bereichernd, diese Leidenschaft an die junge Generation weiterzugeben.

Gibt es noch Platz im kulturellen Umfeld für ein solches Projekt?
Unbedingt. Anders als bei anderen Aufführungen verfolgen wir mit unserem Projekt den Ansatz, Profis zusammen mit Laien auf- und neben die Bühne zu bringen. Wir erwarten ein grosses Interesse fürs Casting. Es gibt verschiedenste Rollen zu besetzen. Damit ist Arbon um eine lebendige Kulturinitiative reicher. Es gibt wenige Angebote für Kinder und Jugendliche in der Ostschweiz, die Leidenschaft Gesang, Schauspiel und Tanz auf einer Bühne auszuleben.

Wie soll sich das Projekt finanzieren?
Wir setzen bewusst auf eine breite, nachhaltige Finanzierung: Sponsoren aus der Region, engagierte Mitglieder und Gönner sowie Einnahmen aus den Aufführungen tragen das Projekt gemeinsam. Als junger Verein sind wir insbesondere auf regionale Partner angewiesen, die kulturelles Engagement in Arbon aktiv mittragen möchten. Unser Vorstand und das Projektteam arbeiten mit grossem ehrenamtlichem Engagement und bringen die notwendige Erfahrung mit, um das Projekt professionell und auf solider Basis umzusetzen.

Wo wird das Stück «Emil und die Detektive» aufgeführt?
Die Festspielbühne soll in Arbon am See entstehen. Wir sind zur Zeit in Gesprächen und warten noch auf Bewilligungen. Man darf also gespannt sein.

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