Die Welt im Sucher
Kim Berenice GeserGeschäftig wuseln Yvonne und Karl Aginmar durch den Ausstellungsraum im Schloss Arbon. In jeder Ecke gibt es Ausstellungstücke zu arrangieren und Objekte ins rechte Licht zu rücken, damit für die Vernissagen der Ausstellung Voton-Arbon dieses Wochenende alles bereit ist. Plural deshalb, weil eine Ausstellung im Schloss Arbon, die zweite im Kappeli zu besichtigen ist. Gleichzeitig dienen die Schaufenster der Arboner Fachgeschäfte ab sofort ebenfalls als Ausstellungsräume. Die Themenschwerpunkte variieren je nach Geschäft – das verbindende Element ist die Fotografie. Die Aginmars fungieren gleichzeitig als Organisatoren- und als Kuratoren-Duo im Auftrag des Arboner Kulturvereins futhur-forum. Das kommt nicht von ungefähr. Das Paar besitzt eine Sammlung mit knapp 3000 Kameras aus vier Jahrhunderten sowie einem Archiv mit rund zwei Millionen Fotografien.
Zwischen Krieg und Frieden
«Voton-Arbon», die auch Stücke aus der Aginmarschen Sammlung enthält, beleuchtet die letzten 200 Jahre der Geschichte der Fotografie – ausgehend vom ersten dauerhaft erhaltenen Foto der Welt. Das trägt den Titel «Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras» und wurde 1826 aufgenommen. Eine Hommage darauf wird im Schloss Arbon zu sehen sein.
Die dortige Ausstellung trägt den Titel Fotojournalismus und setzt den Schwerpunkt – inspiriert durch das dort aufbewahrte Pressearchiv – auf die Presse-Fotografie zwischen Krieg und Frieden. Gezeigt werden Pressebilder aus der ganzen Welt, darunter Werke der Arbonerin Franziska Messner-Rast sowie eine Sammlung mit 40 anonymen Werken aus Australien, die den Arboner Friedens-Botschafter Max Daetwyler zeigen. Daneben gibt es Geheimkameras zu begutachten und Ausstellungsstücke des Steinacher Fotografen Fritz Heinze zum Anfassen.
Ein Wochenende, zwei Vernissagen
Die Ausstellung im Schloss dauert vom 4. Oktober bis zum 29. November und ist täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Vernissage findet am Sonntag, 4. Oktober, um 10.30 Uhr statt. Einen Tag vorher am Samstag, 3. Oktober, um 17 Uhr eröffnet die Ausstellung im Kappeli. Das Thema dort ist der Samen, aus dem Neues wächst. Im Zentrum stehen die Bilder der Fotografin Michèle Mettler, die im Zuge des Arboner Buchprojekts «Saatgut und Migration» entstanden sind. Diese Ausstellung läuft bis Ende Oktober und ist jeweils samstags und sonntags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.