Mehr als nur eine Tisch-Messe
Kim Berenice GeserBoris Reichardt, Sie werben damit, dass «Lehrstelle4u» eine vielseitige Berufserlebniswelt sei. Was genau ist darunter zu verstehen?
Wir wollen Jugendlichen mit diesem Format die Möglichkeit geben, einen echten Einblick in die Berufswelt zu erhalten. Sie sollen sich auf Augenhöhe in persönlichen Gesprächen mit den Firmenverantwortlichen und Mitarbeitenden austauschen und unterschiedliche Berufe kennenlernen.
Mit den Lehrstellenforen Bodensee und St. Gallen gibt es in der näheren Umgebung bereits ähnliche Formate. Warum braucht es ein eigenes in Arbon?
Wir wollen damit ja nicht nur Arbon, sondern die ganze Region Oberthurgau abdecken. Hier fehlt bisher ein solches Format. Ausserdem ist «Lehrstelle4u» nicht vergleichbar mit einem Lehrstellenforum.
Was ist der Unterschied?
Lehrstellenforen sind in der Regel klassische Tisch-Messen. Bei uns mieten die teilnehmenden Firmen ganze Flächen unterschiedlicher Grösse. Das gibt ihnen mehr Möglichkeiten sich zu präsentieren. Sie können beispielsweise Maschinen oder anderes Equipment vor Ort aufstellen, die dann von den Jugendlichen ausprobiert werden können. So lassen sich die Berufe unmittelbarer erleben. Wir sprechen deshalb auch nicht von einer Messe, sondern von einem Event. Es soll ein Erlebnis sein, in diese Berufswelten eintauchen und mehr darüber erfahren zu können.
«Lehrstelle4u» ist eine Initiative der AVA. Durchgeführt wird der Anlass aber vom Verein Eventwerk Arbon. Warum?
Die Idee für den Anlass gründet in einem Bedürfnis der AVA-Mitglieder. Sie sehen darin ein mögliches Mittel zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Weil die Durchführung des Anlasses aber die personellen und finanziellen Ressourcen der AVA sprengen würde, hat man sich zur Gründung eines eigenen Vereins entschieden, der mit dieser Aufgabe betraut wird.
Das heisst, das finanzielle Risiko liegt beim Verein?
Korrekt. Wobei die AVA den Anlass natürlich als Leuchtturm Partner sponsert.
Damit der Anlass schwarze Zahlen schreibt, wäre ein gut belegter Seeparksaal dennoch nötig. Aktuell sind von den 65 Ausstellungsflächen aber nur 18 gebucht. Woran liegt das?
Die Suche nach Sponsoren hat leider länger gedauert als gedacht. So haben wir wertvolle Wochen für die Akquise verloren. Wir sind derzeit aber mit Vollgas dran, diese Zeit aufzuholen. Man muss allerdings auch bedenken, dass es ein neuer Anlass ist. Gerade weil wir kein bestehendes Konzept kopieren, braucht es deshalb mehr Überzeugungsarbeit.
Der Preis für die Ausstellungsflächen ist kein Hindernis? Immerhin kosten 4m2 regulär 750 Franken, 12m2 gar 1400 Franken. Je nach Betrieb sind das happige Summen.
Zu den Preisen haben wir bisher keine Rückmeldungen erhalten. Im Gegenteil verkaufen sich vor allem die grossen Flächen gut. Sollte der Preis für jemanden tatsächlich eine Hürde sein, so darf man gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir finden bestimmt eine Lösung.
Führen Sie den Anlass in jedem Fall durch oder gibt es eine Teilnehmerlimite, die erreicht werden muss?
Wir werden den Anlass in jedem Fall durchführen. Denn auch wenn das «Lehrstelle4u» dieses Jahr nicht ausgebucht ist, sind wir überzeugt, damit einen Event zu schaffen, der sich in Zukunft im Bereich der Lehrstellensuche über die Kantonsgrenze hinaus festigen wird.
«Lehrstelle4u»
Das Lehrstellen-Event «Lehrstelle4u» wird am Samstag, 9. Mai, von 10 bis 16 Uhr im Seeparksaal Arbon stattfinden. Der Anlass richtet sich an Jugendliche, Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen. Interessierte Betriebe können sich auf www.lehrstelle4u.ch informieren und anmelden.