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Von «Bütschgi» bis Speed-Dating

Alle acht Jahre präsentieren sich die Gewerbebetriebe von Neukirch-Egnach an der GEWA. Kommende Woche ist es wieder so weit. Co-Präsident Theo Naef spricht über den Erfolg der Messe, die verpasste Chance eines GEWA-Kreisels und warum der Kanton neu alle Tombola-Gewinne kennt.

Kim Berenice Geser

68 Weiler, vier Bahnhöfe, etwas über 5000 Einwohnende – und eine eigene Gewerbeausstellung. Wie macht das Neukirch-Egnach?

Theo Naef: Zum Gelingen trägt nebst dem Engagement aller Beteiligten sicher der Acht-Jahres-Rhythmus bei. Wir merken es auch diesmal, die «Gwerbler» können es kaum noch erwarten, bis es endlich losgeht.

Wie viele Aussteller sind es denn nun insgesamt?

Genau 96 inklusive der 16 Vereine.

Darunter finden sich auch auswärtige Betriebe, dabei ist die GEWA doch eigentlich dem ortsansässigen Gewerbe vorbehalten. Man munkelt, ohne die Externen wäre die Hallenkapazität nicht ausgelastet gewesen. Ist da was dran?

Es ist richtig, dass die GEWA grundsätzlich dem Gewerbe von Neukirch-Egnach vorbehalten ist. Wir hatten aber schon immer Auswärtige an der Messe. Der Magenbrot-Stand beispielsweise war nie von hier (schmunzelt). Und auch dieses Jahr haben wir vier Plätze an auswärtige Betriebe vergeben. Allerdings alle mit Dienstleistungen oder Angeboten, die ortsansässige Betriebe nicht konkurrieren. Das ist uns bei der Vergabe wichtig.

Gemessen an der Gesamtzahl sind vier nicht viel. Dennoch: Könnte man ohne die Auswärtigen die Flächen nicht vollständig vergeben?

Doch das könnten wir. Betriebe hat es in der Gemeinde genug. Das Problem lag wo anders.

«Und das ist unser Zelt» – OK-Co-Präsident Theo Naef führt durch die noch leerstehende Infrastruktur in der Rietzelg in Neukirch.
«Und das ist unser Zelt» – OK-Co-Präsident Theo Naef führt durch die noch leerstehende Infrastruktur in der Rietzelg in Neukirch.
© Kim Berenice Geser

Wo?

Bei der Planung. Wir haben vor über zwei Jahren begonnen. Ein halbes Jahr später hatten wir schon alle Sponsoren beisammen und konnten deshalb bereits vor einem Jahr mit den Anmeldungen starten. Wir gingen davon aus, dass gehe so zügig wie beim Sponsoring.

Das war nicht der Fall. Warum?

Weil wir vermutlich zu früh dran waren. Nicht jeder Betrieb kann oder will sich bereits ein Jahr im Vorfeld für einen Messestand verpflichten. Letzten August hatten wir deshalb noch 30 Prozent offene Flächen. Das brachte uns in Bedrängnis.

Wegen der Finanzen?

Nein. Das wäre nur zum Problem geworden, wenn wir die Flächen gar nicht hätten vermieten können. Wir gerieten unter Druck, weil seit der letzten Durchführung vor acht Jahren eine Verschiebung der Flächenbedürfnisse stattgefunden hat. Wir haben heute viel mehr Betriebe, die grössere Ausstellungsflächen buchen als früher. Grössere Flächen bedeuten aber eine aufwändigere Planung, die mehr Vorlaufzeit benötigt. Um für diese Betriebe und uns als Veranstalter Planungssicherheit zu schaffen, mussten wir deshalb früher als sonst Nägel mit Köpfen machen. So kommt jetzt der eine oder andere Auswärtige zum Zug, der mit einer etwas längeren Anmeldefrist vielleicht auf der Warteliste geblieben wäre.

In acht Jahren ändern sich nicht nur Bedürfnisse, sondern auch Gesetze, Richtlinien, Vorstände. Welchen neuen Hürden stand das GEWA-Team gegenüber?

Im OK zum Glück keinen. Wir sind ein 10-köpfiges Team, das super aufgestellt, engagiert und mit vier Mitgliedern unter 40ig erst noch altersdurchmischt ist. Andernorts gab es aber durchaus die eine oder andere Herausforderung. Zum Beispiel bei der Tombola. Dort fallen wir mit der Gewinnsumme von 70’000 Franken neu ins Kleinlotteriegesetz.

Weil die GEWA nur alle acht Jahre stattfindet, war es uns wichtig, die Bevölkerung früh «gluschtig» zu machen.
Theo Naef

Welche Folgen hat das?

Mehr Bürokratie (lacht). Wir müssen neu den Gewinn für jedes Los beim Kanton hinterlegen.

... und alle Lose verkaufen, sonst bleibt der Hauptgewinn, ein Auto, unter Umständen übrig.

Richtig. Insgesamt haben wir 40’000 Lose zum Verkauf. Unser Ziel ist es, die Hälfte davon schon vor der Messe in Umlauf zu bringen, um so viele Besuchende wie möglich aufs Rietzelg-Areal zu locken.

Wie viele Besuchende erwarten Sie dieses Jahr?

Wir rechnen mit 6000 bis 7000 Besuchenden. Wobei diese Zahlen nur Schätzungen der letzten Durchführungen sind. Dieses Jahr zählen wir die Besuchenden zum ersten Mal mit einem elektronischen System. Ich bin gespannt auf das Resultat.

Die Werbetrommel rührt das OK bereits seit über einem Jahr. Ist das zielführend?

Weil die GEWA nur alle acht Jahre stattfindet, war es uns wichtig, die Bevölkerung früh «gluschtig» zu machen. Das ist uns geglückt.

Mein persönlicher Höhepunkt ist das neue Speed-Dating, das am Samstag stattfinden soll und die Menschen zusammenbringt.
Theo Naef

Woran machen Sie das fest?

Einerseits an den Rückmeldungen in den Sozialen Medien. Hier haben wir die Werbung und das Engagement gegenüber früher massiv verstärkt. Andererseits haben auch unsere Aktionen Anklang gefunden. Beispielsweise die GEWA-Entdeckungstour von letztem Frühling, bei der es ein E-Bike zu gewinnen gab.

Eine andere Aktion, die bleibenden Eindruck hinterlassen sollte, kam nicht zustande: der GEWA-Kreisel.

Das wäre eine grossartige Sache gewesen. Wir wollten mit dem GEWA-«Bütschgi» die alte Mostpresse auf dem Bucherkreisel ersetzen, die letztes Jahr von einem Autofahrer demoliert worden war. Mit der Gemeinde war bereits alles geregelt. Leider wurde das Projekt aber durch einen Einsprecher verhindert. Egnach habe eine Birne im Wappen, kein Apfel-«Bütschgi».

Eine Birne steht jetzt auch auf besagtem Kreisel ...

Da kann man nichts machen. Dem Spirit der GEWA26 tut dies keinen Abbruch.

Dann verraten Sie doch noch zum Abschluss, worauf sich die Besuchenden speziell freuen dürfen.

Auf spannende Aussteller, Showkochen, den Besuch der Frauenmannschaft des FC St. Gallen, Klassentreffen und vieles mehr. Mein persönlicher Höhepunkt ist das neue Speed-Dating, das am Samstag stattfinden soll und die Menschen zusammenbringt. Die GEWA ist eben mehr als nur eine Messe, sie ist ein Volksfest.

Volles Programm an der GEWA 2026

Donnerstag, 16. April
17 Uhr: Feierliche Eröffnung
20 Uhr: Nietenverlosung
21 Uhr: Messeschluss
Bis 1 Uhr: Restaurant und Bars geöffnet

Freitag, 17 April
17 Uhr: Eröffnung
17 Uhr: Thurgauer Apfelkönigin
19.45 Uhr: Entdeckungstour Preisübergabe
20 Uhr: Nietenverlorung
21 Uhr: Messeschluss
Bis 1 Uhr: Restaurant und Bars geöffnet

Samstag, 18. April
10 Uhr: Oberthurgauer Gewerbeanlass
10 und 11 Uhr: Carlo der Bär
12.30 Uhr: Showkochen mit Evelin Tanner
13 Uhr: Klassentreffen
14 Uhr: Malin Röhrl, Jun. Weltmeisterin Bike-OL
14 Uhr: Spezial-Kinderprogramm
17 Uhr: Gewa-Finder: Speed-Dating und Meeting
20 Uhr: Nietenverlosung
21 Uhr: Messeschluss
Bis 2 Uhr: Restaurant und Bars geöffnet

Sonntag, 19. April
09.30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst
10.15 Uhr: Frühschoppenkonzert Thurgados
12.30 Uhr: Showkochen mit Evelin Tanner
13 Uhr: Frauen FC St. Gallen
16.45 Uhr: Nietenverlosung
17 Uhr: Bekanntgabe Gewinnende Hauptpreise
17.50  Uhr: Bekanntgabe Sieger Entdeckungstour
18 Uhr: Messeschluss

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