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Das Miteinander fördern

Ende Juni hat Mario Freda nach zwölf Jahren das Präsidium des Schweizerischen Maler- und Gipserverbands (SMGV) abgegeben. Im Interview blickt er auf seine Amtszeit zurück, spricht über den Verband und die Zukunft der Branche.

Sabine Moosmann

Ende Juni sind Sie als Präsident des Schweizerischen Maler- und Gipserverbands (SMGV) zurückgetreten. Warum haben Sie sich für den Rücktritt entschieden?

Freda: Ich wurde 2014 Interimspräsident und dann 2015 in Chur zum Zentralpräsident des Verbands gewählt. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung war mein Rücktritt bereits für 2023 geplant. Da sich aber abzeichnete, dass keine Nachfolge bereit stehen würde, wurde ich vom Vorstand gebeten, ausserordentlich nochmals für drei Jahre als Präsident tätig zu sein. Bei dieser Wahl war dann aber bereits klar, dass ich 2026 zurücktreten werde. Mein Nachfolger Ivo Durrer wurde ebenfalls 2023 in den Vorstand gewählt und teilte knapp zwei Jahre später mit, dass er sich vorstellen könnte, meine Nachfolge anzutreten, wenn der Verband dies unterstützte. Dies gab uns die Möglichkeit, ihn bestens mit der Arbeit und den offenen Dossiers vertraut zu machen.

Wieso haben Sie sich so für den SMGV engagiert?

1988 haben ich zusammen mit einem Freund die Frenicolor GmbH in Arbon gegründet. Jedoch habe ich erst 1992 bis 1995 die Meisterausbildung gemacht. Während dieser Zeit hat mich ein Lehrer darauf aufmerksam gemacht, dass es wichtig wäre mit dem eigenen Geschäft Teil des Thurgauer Malerunternehmer-Verbands zu sein. Ein Jahr nach der Meisterausbildung sind wir dann dem Regionalverband und somit automatisch auch dem Zentralverband beigetreten. 1998 wurde ich dann bereits vom Regionalverband angefragt, ob ich Interesse daran hätte gewisse Aufgaben zu übernehmen und leitete wenig später den Regionalverband. Dies war alles gar nicht mein angestrebter Weg. Es hat sich alles ganz natürlich ergeben bis hin zur Wahl zum Zentralpräsident.

Warum ist der SMGV so wichtig?

Der Verband bildet die Grundlage für die Grundausbildung und bietet auch Möglichkeiten für die Weiterbildung. Ebenso ist er für die Betriebe unterstützend tätig - sowohl bei rechtlichen Fragen, aber beispielsweise auch bei politischen Themen wie den Rahmenbedingungen für die Branche. Zusätzlich forcierte der Verband auch weitere Themen wie die Möglichkeit der Teilzeitarbeit.

Mario Freda (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Ivo Durrer.
Mario Freda (rechts) gratuliert seinem Nachfolger Ivo Durrer.
© SMGV/Patrick Gutenberg

Was war der beste Moment als Präsident?

Als ich den SMGV als Präsident übernommen habe, waren die regionalen Verbände und der Zentralverband nicht wirklich verbunden. Es war mehr ein Gegeneinander als ein Miteinander. Die Differenzen konnten mit der Zeit beigelegt und das Miteinander gestärkt werden. Weiter konnten wir den 36-Millionen-Franken-Neubau des Dienstleistungs- und Ausbildungszentrums realisieren. Ebenso bedeutungsvoll ist der Ausbau der SwissSkills. Die Förderung der jungen Talente ist wichtig für die Zukunft des Handwerks.

Sie wurden an der letzten Generalversammlung zum Ehrenpräsident des SMGV ernannt. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung persönlich?

Mir fehlen sehr selten die Worte, aber bei der überraschenden Ernennung zum Ehrenpräsident war es so. Der SMGV hat bisher nur vier Ehrenmitglieder und keines davon war ein Präsident. Dies ist eine grosse Ehre und ich sehe es als grosses Kompliment. Es ist ein Zeichen dafür, dass meine Arbeit für den Verband nicht nur schlecht war (lacht).

Wo sehen Sie den Verband und die Branche in fünf bis zehn Jahren?

Es wird nicht leichter für die Branche. Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Maler- oder Gipser-Lehre. Auch immer weniger Betriebe bilden eigene Lernende aus. Dazu kommt, dass Digitalisierung, KI, Roboter etc. Einzug in die Handwerksarbeit nehmen werden. Jedoch wird es die Maler und Gipser immer brauchen. Wie das Sprichwort besagt, hat das Handwerk goldenen Boden.

Sie waren Unternehmer, Verbandspräsident und engagieren sich weiterhin ehrenamtlich. Was hat Sie all die Jahre angetrieben?

Ich bin weiterhin ein Mitglied der Ortsbildkommission Arbon (OBK). Eine spannende Aufgabe, die ich sehr gerne mache. Ebenso bin ich seit dem Jahr 2000 im Vorstand der Wohnbaugenossenschaft Pro Familia Arbon und seit 2015 deren Präsident. Auch das mache ich sehr gerne. Man macht eine Arbeit, die einen Sinn ergibt und dann kann man im Idealfall jemandem noch etwas Gutes tun. Die Sinnhaftigkeit und die Wichtigkeit der Aufgaben haben mich sowohl im SMGV, bei der OBK wie auch bei Pro Familia motiviert.

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