Der FC Steinach speckt ab
Pascal Koster/red
Traditionell am letzten Freitag im Februar führt der Fussballclub Steinach seine Hauptversammlung durch. Zur 65. ordentlichen Zusammenkunft konnte Präsident Wolfgang Steiger im Gemeindesaal über 100 Personen willkommen heissen, davon 101 stimmberechtigte Mitglieder des FC Steinach. Daneben durfte er eine Delegation der Gemeinde begrüssen: den Präsidenten Michael Aebisegger sowie die für den Sportplatz Bleiche zuständige Gemeinderätin Janine Eberle. Vereinspräsident Steiger kam in seinem Jahresbericht zunächst auf die wachsenden administrativen Herausforderungen zu sprechen. «Die Anforderungen steigen schneller als die Unterstützung.» Als konkretes Beispiel nannte er das Schiedsrichterwesen. Die Probleme auf diesem Gebiet delegiere der Ostschweizer Fussballverband (OFV) einfach an die Clubs. Gerade hat der FC Steinach massiv mit der Rekrutierung neuer Referees zu kämpfen. Zum Schluss seiner Ausführungen strich Steiger die gesellschaftliche Bedeutung des grössten Dorfvereins von Steinach heraus. Das Sponsoring sei der beste Beweis für das hohe Ansehen des FC in der Region. Seit 2018 hätten die Sponsoringeinnahmen um 22 Prozent gesteigert werden können. Gerade wegen dieser breiten Abstützung in der Bevölkerung erwarte er auch von der Politik mehr Wertschätzung, sagte das Cluboberhaupt.
Kosten halbiert
Ein unmissverständlicher Fingerzeig, hatte doch an der letztjährigen Hauptversammlung Aebisegger erklärt, dass die Gemeinde für den Garderobenerweiterungsbau mit vier neuen Kabinen sowie einer Schiedsrichtergarderobe nicht das für die Realisierung geforderte Geld sprechen könne. Der Vorstand war nach den negativen Signalen seitens der Gemeinde deshalb gezwungen, das Projekt zu redimensionieren. Denn, so erinnerte Steiger auch in diesem Jahr wieder, ohne neue Garderobenkapazitäten könnten weiterhin keine Mädchenteams gebildet werden und ein Aufnahmestopp im Juniorenbereich wäre unumgänglich.
Der neu ausgearbeitete Entwurf sieht nun zwei anstatt vier neue Garderoben vor. Dazu kommt wie im alten Projekt eine Schiedsrichterkabine. Kostenpunkt: insgesamt 500’000 Franken. Zum Vergleich: Das geschätzte Budget des ersten Projektentwurfs belief sich auf eine Million Franken. Das neue Vorhaben sieht keinen Anbau mehr vor, das Garderobengebäude soll stattdessen als Modulbau auf dem Veloparkplatz neben der Bleichestrasse zu stehen kommen. Der Fussballclub könnte nach Rücksprache mit den Revisoren Eigenmittel im Umfang von 100’000 Franken beisteuern. Von der IG Sport dürften rund 120’000 Franken zu erwarten sein. Als realistisch schätzt es der Vorstand ausserdem ein, durch Sponsorengelder und Darlehen durch Dritte 180’000 Franken zusammenzubringen. Was nach diesen Berechnungen für die Umsetzung der Garderobenerweiterung noch fehlte, wäre eine Summe von 100’000 Franken. Auf diesen Betrag hofft der FC von der Gemeinde.
Weniger Emotionen, mehr Chancen
Den Steilpass nahm Steinachs Gemeindepräsident Michael Aebisegger auf, nachdem die Clubmitglieder die Ausbaupläne des Vorstands vorbehaltlos bestätigt hatten. Er sei froh, nicht mehr die Emotionen vom letzten Jahr aufleben lassen zu müssen, sagte er. Für dieses beschnittene Projekt sieht er gute Chancen, wie er die Fussballfamilie wissen liess. «Es muss kostenneutral sein», machte er klar. Diesen Herbst wird in Steinach eine ausserordentliche Gemeindeversammlung abgehalten. Aebisegger hat sich überzeugt gezeigt, dann der Bürgerschaft ein gutes Projekt vorstellen zu können. Sollte die Steinacher Bevölkerung ihrem Fussballclub die 100’000 Franken für die Erweiterung der Garderobenkapazitäten zugestehen, würde gleich im Anschluss der Start des Umbaus erfolgen. Denn eines hat FC-Präsident Wolfgang Steiger immer wieder verdeutlicht: Jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren.