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Erschwerter Weg zum Neubau

Mit dem Neubauprojekt «Lärche» plant die Sekundarschulgemeinde Arbon ein neues, zukunftsorientiertes Schulgebäude. Doch die Pläne stossen auf mehreren Seiten auf Widerstand. Während der Auflagefrist gingen drei Einsprachen ein.

Sabine Moosmann

Das Neubauprojekt «Lärche» der Sekundarschulgemeinde Arbon (SSGA) wird in mehreren Etappen zur Auflage gebracht. Das Ziel dabei ist, das Projekt, das einem strengen Zeitplan folgt, fristgerecht zu bauen und somit den Bezug zum Schuljahr 2029/2030 zu ermöglichen. Das erste Baugesuch wurde im Februar 2026 eingereicht. Ein weiteres Baugesuch folgte anfangs Juni 2026. Beim ersten Baugesuch wurden innerhalb der zulässigen Frist drei Einsprachen eingereicht. Die Wohnbaugenossenschaft Pro Familia ist eine der Einsprecherinnen. Der Grund für die Einsprache ist die Parkplatzsituation, da die Wohnbaugenossenschaft derzeit sieben Parkplätze für ihre Wohngebäude auf der betreffenden Parzelle, wo die Schule hinkommen soll, hat. Die SSGA und die Wohnbaugenossenschaft Pro Familia trafen sich zu mehreren Gesprächen. Mittlerweile konnte eine Lösung zwischen den beiden Parteien gefunden werden. Eine entsprechende Vereinbarung wird zurzeit ausgearbeitet. Über deren Inhalt wird nach dem Vorliegen informiert werden.

Baulinie und Alternativprojekt

Die beiden weiteren Einsprachen wurden von zwei Privatpersonen eingereicht. Einerseits hat Gustav Maurer eine Einsprache aufgrund der Baulinien und wegen der Dimension des Projekts eingereicht. In der Einsprache von Maurer wird kritisiert, dass das Projekt über eine Baulinie hinweg geplant worden und dies nicht zulässig sei. Diese Kritik ist jedoch hinfällig. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision war bereits festgelegt worden, dass eine Umzonung der Waldzone zu einer Zone für öffentliche Bauten vorgenommen wird. Dies machte auch die Baulinie für die Waldzone gegenstandslos. Die Umzonung wurde per 1. Januar 2026 rechtswirksam. Damit ist die Einsprache in dieser Hinsicht hinfällig.

Alternativvorschlag von Gustav Maurer zum Schulhaus
Alternativvorschlag von Gustav Maurer zum Schulhaus "Lärche"
© z.V.g.

Jedoch kritisiert Maurer die Dimensionen des Projekts, besonders die Aufteilung der Gebäude und die Kosten. «Ich habe selbst ein Alternativprojekt gestaltet, das aufzeigt, dass das Projekt auf weniger Fläche und mit Zweidrittel der Kosten umsetzbar wäre. Die verbesserte Aufteilung würde ebenfalls die Erhaltung der Grünzone ermöglichen», so Gustav Maurer über seinen Projektvorschlag «7 Eichen». Robert Schwarzer, Präsident der SSGA, kann die Argumentation von Gustav Maurer nicht nachvollziehen, wobei er festhält, dass das Einspracherecht von ihm grundsätzlich selbstverständlich nicht bestritten sei. «Beim Vorgehen von Herrn Maurer geht es aber nur ums Verhindern, wozu dem Einsprecher anscheinend jegliche noch so abstruse Behauptungen gut genug sind.» Fraglich sei zudem, ob Maurer, er wohnt 1,2 Kilometer von der Bauparzelle entfernt, überhaupt einspracheberechtigt sei.

Abwertung der Immobilie?

Die dritte Einsprache wurde von Frau Krohn eingereicht: «Ich bin davon überzeugt, dass es auch kleiner und günstiger umgesetzt werden kann.» Sie kritisiert dabei, dass mit einer zunehmenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern geplant wird. «Es gibt für das Schuljahr 2029/2030 einen starken Jahrgang, der mehr Kapazitäten benötigt. Jedoch sinken gleichzeitig die Geburtenzahlen und deshalb sind die Dimensionen langfristig nicht gerechtfertigt. Es braucht beispielsweise keine Dreifach-Turnhalle mit Tribüne.» Neben dem Ausmass des Neubauprojekts Lärche befürchtet Frau Krohn eine Einbusse beim Wert ihrer Liegenschaft: «Meine Immobilie ist meine Altersversorgung und laut einem Schätzer wird diese durch das geplante Schulhaus an Wert verlieren. Besonders betroffen ist die heute bestehende Weitsicht bis zum Säntis, die einen wichtigen Wertfaktor meiner Immobilie darstellt.» Auch bei dieser Einsprache widerspricht Schulpräsident Robert Schwarzer: «Die Dimensionen der Schulbauten sind nicht übertrieben, sondern so geplant, damit wir nicht innert kurzer Zeit bereits wieder ein neues Schulhaus bauen müssen. Die der Planung zugrunde liegenden Schülerzahlen, die nach wie vor hohe Bautätigkeit im Einzugsgebiet der SSG und der damit verbundene Zuzug rechtfertigen die Grösse.» Auch die angebliche Abwertung der Immobilie ist laut Schwarzer falsch. «Frau Krohn wird wie andere auch von den weiter steigenden Immobilienwerten profitieren. Gerade auch für Familien ist es ein Kaufargument, in der Nähe einer Schule zu wohnen.» Der Schulpräsident appelliert an die Einsprecher, vom Verhinderer-Modus auf eine konstruktive Haltung umzustellen und damit endlich den demokratischen, klaren Bauentscheid der Schulbürgerinnen und Schulbürger zu akzeptieren.»

Das Neubauprojekt «Lärche» in Kürze

Die Sekundarschulgemeinde Arbon plant auf dem Areal zwischen der äusseren St.Gallerstrasse und der Brühlstrasse ein neues Schulzentrum als Ersatz für den Standort Reben 4. Der Neubau umfasst unter anderem 22 Klassenzimmer, 11 Gruppenräume, Fachräume, eine Aula sowie eine Dreifachturnhalle mit Allwettersportplatz. Mit dem Projekt soll der steigende Schulraumbedarf gedeckt werden; die Zahl der Schülerinnen und Schüler wird bis 2029 auf über 700 anwachsen. Nicht eingerechnet sind dabei die aufgrund der Bautätigkeit zu erwartenden Zuzüge. Die Stimmberechtigten genehmigten dafür im September 2025 einen Rahmenkredit von 62,9 Millionen Franken.

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