Horn blickt auf Millionengewinn
Diego Müggler
In Horn ist man sich gute Rechnungsabschlüsse gewohnt. Doch für die Rechnungen 2025 der Schulgemeinde und der politischen Gemeinde mag das Wort «gut» für einige wohl untertrieben sein. Beide schlossen je gut zwei Millionen Franken besser ab als budgetiert war. So fuhr die Schulgemeinde vergangenes Jahr einen Gewinn von rund 1.1 Millionen Franken, die politische Gemeinde sogar einen Gewinn von knapp 1.4 Millionen Franken ein. Viel Diskussionsbedarf zur Rechnung gab es bei der gemeinsamen Rechnungsversammlung am Montagabend trotzdem nicht. Weder bei der Schul- noch bei der politischen Gemeinde kamen von den 128 Anwesenden Fragen zur Rechnung und beide Male wurde diese ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen verabschiedet. Als Gründe für die besseren Abschlüsse wurden beide Male die höheren Steuereinnahmen genannt. Diese seien jeweils sehr schwierig vorherzusehen. Bei der Schulgemeinde spielten zudem tiefere Kosten für den kantonalen Finanzausgleich, bei der politischen Gemeinde höhere Rückzahlungen im Sozialbereich eine Rolle. Die einzige erhobene Hand gegen einen Antrag der Behörden gab es bei der Gewinnverwendung der Schulgemeinde. Diese will die 1.1 Millionen in die Sanierung des 62-jährigen Kindergarten Himmelreich investieren. Gemäss Schulpräsident André Mathis biete sich das Schuljahr 2027/2028 für die Sanierung optimal an, da es in diesem Jahr etwas weniger Kindergartenkinder geben wird. «Damit können wir die Sanierung ohne zusätzliches Provisorium tätigen.» Mit 127 zu 1 Stimmen wurde dieser Verwendung zugestimmt.
Noch kein E-Traktor für Horn
Das wohl längste Traktandum an der einstündigen Versammlung war die Allgemeine Umfrage bei der politischen Gemeinde. Nicht aufgrund der vielen Fragen aus der Bevölkerung, sondern weil der Horner Gemeinderat das Gefäss nutzte, um die Bevölkerung über die laufenden Projekte zu informieren und mitzunehmen.
Den Anfang machte eine Pendenz aus der letzten Bürgerversammlung. Damals wurde für die Neubeschaffung des Werkhof-Traktors eine Abklärung für ein elektrobetriebenes Modell gefordert. Dabei stellte sich heraus, dass aktuell kein E-Traktor auf dem Markt alle Kriterien erfüllt. Speziell das Preisschild – ein elektrobetriebenes Modell kostet rund drei Mal so viel wie ein dieselbetriebenes – führte dazu, dass sich der Gemeinderat für die Beschaffung des «vielleicht letzten Diesel-Traktors in der Geschichte von Horn» entschied.
Zur Mitgestaltung eingeladen
Weiter informierte der Horner Gemeinderat über das Projekt zur Neugestaltung des Festplatzes und der Seepromenade. Für die Ideenfindung zur Belebung des Areals lädt er die Horner Bevölkerung zur Mitarbeit ein. Auf einer elektronischen Plattform können Ideen eingebracht, andere Ideen kommentiert und für gut befunden werden. «Wir haben uns bewusst an der Funktionsweise von anderen Social-Media-Plattformen orientiert», sagte die zuständige Gemeinderätin Karolin Halter. Die Mitwirkung läuft ab dieser Woche bis Ende Juni. Anschliessend wird der Gemeinderat die eingegangenen Ideen sortieren und bündeln. Das Schlusswort über die Neugestaltung wird dann wieder die Bevölkerung haben.
Abstimmung zum Peterhans-Areal
Mit dem Peterhans-Areal schnitt der Gemeinderat schliesslich ein Thema an, das in den vergangenen Monaten vermehrt Schlagzeilen lieferte. Aufgrund der Gestaltungsplanpflicht ist die Gemeinde stark in den Prozess zur Entwicklung des Gebietes einbezogen. Unter anderem komme in Frage, einen Pumptrack – wie in einer Petition von 100 Horner Kindern vergangenen Herbst gefordert – auf dem Areal zu realisieren. Da sich dies aber nicht ganz einfach gestalte und noch einiges an Zeit benötigen wird, richtete sich Gemeindepräsident Thierry Kurtzemann an alle anwesenden Eltern: «Ihr dürft eure Kinder gerne über den Stand des Projektes informieren.» Gemäss dem vorgelegten Zeitplan sollte der Gestaltungsplan für das Peterhans-Areal in den nächsten eineinhalb Jahren einige Schritte durchlaufen, sodass Ende 2027 der Gestaltungsplan öffentlich aufliegen kann. «Wir gehen davon aus und sind froh darum, dass dann wahrscheinlich das Referendum ergriffen wird,» sagte Kurtzemann. Für das Referendum braucht es die Unterschriften von 100 Stimmberechtigten. Dann könne die Horner Bevölkerung im Jahr 2028 über die Entwicklung des Areals abstimmen. Bei einer Annahme rechnet der Zeitplan mit einem Baustart 2029 und dem Bezugsdatum 2031.