zum Inhalt springen

·

Zur Artikelübersicht

Komitee für zweimal Ja

Das überparteiliche Komitee «2x Ja für Mensch und Natur» setzt sich für die beiden städtischen Abstimmungsvorlagen zur Seeuferrevitalisierung und zum Winterweg ein. Es sieht in der geplanten Neugestaltung des Ufers ökologische Vorteile und im Winterweg eine Möglichkeit, den Seezugang auch ausserhalb der Badesaison sicherzustellen.

Sabine Moosmann

Im Komitee engagieren sich Parlamentarierinnen und Parlamentarier verschiedener Parteien. Bei der geplanten Seeuferrevitalisierung soll das bestehende Betonufer des Schwimmbadareals durch ein Flachufer mit Bucht und Insel ersetzt werden. Das Komitee erwartet davon einen verbesserten Lebensraum für Fische, Insekten und Vögel. Gleichzeitig soll ein neuer Steg die Attraktivität der Badi erhöhen. Nach Ansicht des Komitees soll der Zugang zum neuen Ufer und zum Steg jedoch nicht auf die Badesaison beschränkt bleiben. Es verweist dabei auf das Gesetz über die öffentliche Zugänglichkeit der Ufer. Dieses sieht vor, dass die Bevölkerung möglichst zu allen Jahreszeiten und rund um die Uhr unentgeltlich Zugang zu den Ufern öffentlicher Gewässer haben soll. Zudem sollen möglichst durchgehende öffentliche Wege entlang der Ufer bestehen. Das Komitee argumentiert, diese Vorgaben seien insbesondere dort relevant, wo sich der Uferbereich bereits im Besitz der Gemeinde befindet und in einer Bauzone liegt. Dies treffe auf das Schwimmbadareal in Arbon zu. Der geplante Winterweg soll deshalb auch während der Schliessung des Schwimmbads einen Zugang zum See ermöglichen.

Kosten und Finanzierung

Für die Finanzierung verweist das Komitee auf einen Beitrag des Kantons. Dieser habe der Stadt Arbon für den Winterweg einen maximalen Beitrag von 80’000 Franken an die auf 160’000 Franken geschätzten Kosten zugesichert. Für den Betrieb rechnet das Komitee unter Berufung auf Schätzungen des Arboner Bauamts mit wiederkehrenden Kosten von weniger als 5000 Franken pro Jahr. Darin enthalten seien unter anderem die Montage eines Zauns um die Becken und den Garderobentrakt sowie der Unterhalt des Areals während der Wintermonate. Die Befürworter stellen diese Kosten den Investitionen für die geplante Seeufergestaltung gegenüber. Für Flachufer und Vogelinsel seien mindestens zwei Millionen Franken vorgesehen. Aus Sicht des Komitees seien die Kosten für den Winterweg deshalb vergleichsweise gering.

Meinungsbildung vor Ort

Das Komitee sieht im ganzjährigen Zugang nicht nur einen Gewinn für die Naherholung. Der Winterweg würde es der Bevölkerung nach seiner Ansicht auch ermöglichen, die neugestaltete Uferlandschaft ausserhalb der Badesaison zu nutzen. Diese Position vertrat das Komitee auch am Podium des «Stadtgesprächs» zu den beiden Abstimmungsvorlagen am Dienstagabend. Organisiert wurde die öffentliche Veranstaltung von der SP Arbon. In der Diskussion wurde die Seeuferrevitalisierung erwartungsgemäss nicht infrage gestellt. Unterschiedliche Positionen zeigten sich hingegen beim geplanten Winterfussweg. Darin gründet auch der Entscheid des Stadtparlaments, die beiden Kredite getrennt voneinander zur Abstimmung zu bringen. Das Komitee «2x Ja für Mensch und Natur» sprach sich am Podium für einen ganzjährigen Zugang zum Seeufer aus. Die Gegner des Winterfusswegs warnten vor erhöhten Unterhaltskosten und verwiesen unter anderem auf die Pfeifenten, die das Schwimmbadareal im Winter als Ruhe- und Nahrungsfläche nutzen. Zudem argumentierten sie, das Areal sei auch bisher während der Wintermonate geschlossen gewesen; ein ganzjähriger Zugang sei deshalb nicht notwendig. Neue Argumente oder Standpunkte kamen in der Diskussion nicht zur Sprache. Die Wortmeldungen widerspiegelten damit im Wesentlichen die bereits bekannten Positionen der beiden Lager.

Austausch mit Komitee

Das Komitee «2x Ja für Mensch und Natur» informiert am Samstag, 5. September, ab 11 Uhr bei einem Apéro auf dem Wöschplatz über die beiden Vorlagen und seine Argumente dafür.

Anzeigen