Lehrlingsprojekte prämiert
Sabine MoosmannIm vorletzten Semester ihrer Ausbildung sind die Lernenden am Bildungszentrum Arbon (BZA) verpflichtet, eine Vertiefungsarbeit zu schreiben. Diese hat zum Ziel, dass sie sich mit einem Thema intensiver auseinandersetzen und anhand von Interviews, Umfragen oder ähnlichem selbstständig Mehrwert schaffen. Sieben dieser Arbeiten aus fünf Lehrberufen wurde diese Woche am Bildungszentrum Arbon prämiert. In den Lehrberufen Logistikern EFZ und Detailhandelsfachfrau/-mann wurden aufgrund der grossen Anzahl an Lernenden jeweils zwei Preise verliehen. Bei den Medizinischen Praxisassistenten (MPA), Dentalassistentinnen und Logistikerinnen EBA war es jeweils ein Preis. Verliehen wurden die Auszeichnungen von der Emil-Halter-Stiftung für Jugendförderung im Thurgau, vertreten durch Bernhard Friedrich. Die Stiftung unterstützt seit dem Jahr 2000 hervorragende Leistungen und einzigartige Projekte von jungen Menschen. Dabei ist der Stiftung besonders wichtig, dass die Leistungen oder Projekte Nachhaltigkeit oder Freiwilligenarbeit zum Thema haben oder von kantonaler Bedeutung sind. Dies wird deutlich in den prämierten Arbeiten.
Persönlicher Bezug ist zentral
Die Vertiefungsarbeiten werden im Fach «Allgemeinbildender Unterricht» geschrieben. Dabei werden insgesamt neun Themenbereiche abgedeckt, darunter Politik, Wirtschaft und Recht. Jede Vertiefungsarbeit muss drei dieser neun Themenbereiche abdecken. Ein weiteres zentrales Merkmal ist, dass alle Lernenden einen persönlichen Bezug zu ihrem gewählten Thema haben müssen. Dieser persönliche Bezug kann, wie beispielsweise die Vertiefungsarbeit von Alessandro Ingino aufzeigt, die eigene Familiengeschichte sein. Oder man lässt wie Bianca Vollenweider das eigene Hobby einfliessen und nutzt die Arbeit, um die Geschichte der eigenen Pfadi aufzuarbeiten. Jamie Hunziker, Laura Krattiger und Rahel Schmid wiederum nahmen sich alle drei dem Thema Leben mit Beeinträchtigung und der damit zusammenhängenden Inklusion an. In ihren Arbeiten machen sie sichtbar, dass zwar vielfältige Bemühungen da sind, diese zu fördern, im Alltag aber weiterhin viele Barrieren bestehen. «Es ist eine grossartige Erfahrung, die Lernenden bei diesen Arbeiten zu begleiten. Sie greifen spannende Themen auf und die Ergebnisse sind meist sehr beeindruckend», freut sich Nathalie Schär, Lehrperson für Allgemeinbildender Unterricht am BZA.