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«Wir haben uns höhere Ziele gesteckt»

Vergangenes Wochenende startete der Handballclub Arbon in die neue Saison. Am Samstag, 12. September, steht das erste Heimspiel gegen HSG Baden-Endingen auf dem Spielplan. Cheftrainer Clemens Gangl spricht über Ziele, Ansporn und den Wechsel vom Spieler zum Trainer.

Sabine Moosmann

Clemens Gangl, letzte Saison sicherte sich der HC Arbon erneut den Aufstieg in die Nati B. Dies nachdem die Mannschaft erst ein Jahr zuvor abgestiegen war. Wie haben Sie diese Achterbahn erlebt?

Die letzte Saison war meine erste Saison als Cheftrainer und ich wollte zurück in die Nati B. Dieses Ziel haben wir erreicht und mit dem Aufstieg fiel viel Last ab. Auch von aussen fiel der Druck weg. Es ist mir wirklich ein Stein vom Herzen gefallen und ich habe mich sehr gefreut. Besonders toll war, dass wir als Meister aufsteigen konnten. Das war ein mega Erlebnis.

In der vergangenen Saison kamen immer wieder, auch bei entscheidenden Partien, Nachwuchsspieler des HCA zum Einsatz. War die Mannschaft trotz der jungen Spieler so gut oder gerade deswegen?

Weder noch. Mein Ansatz ist es, alle Spieler einzusetzen. Es macht keinen Sinn, dass manche Spieler die ganze Saison über auf der Bank sitzen. Ich möchte ein breites Kader haben und die Spielanteile gut verteilen. Es wäre leichter, wenn wir nur die erfahrenen Spieler zum Einsatz bringen. Aber ich war vorher U17-Trainer und sehe das Potenzial dieser Sportler. Ich habe einige aus dieser Mannschaft mitgenommen und ihnen eine Chance gegeben. Sie konnten das Vertrauen zurückgeben. Wir haben also mit und trotz ihnen gewonnen.

Werden dementsprechend auch in diesem Jahr wieder junge Talente zum Einsatz kommen?

Ja, sie werden zum Einsatz kommen. Ich bin ein grosser Förderer des eigenen Nachwuchses. Es ist wichtig, dass wir junge Spieler fördern und auch zum Einsatz kommen lassen. Entwicklung braucht Zeit und man muss auch Fehler machen dürfen. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, die das ermöglicht und gleichzeitig sicherstellt, dass wir dabei auch Punkte machen.

Es ist wichtig, dass wir junge Spieler fördern und auch zum Einsatz kommen lassen.
Clemens Gangl

Und welche Wechsel gibt es im Kader?

Wir konnten uns einige neue Spieler sichern. Wir haben mit Ivica Simic und Benjamin Grob zwei neue Torwärter. Wobei Grob derzeit verletzt ist und erst gegen Ende des Jahres einsatzbereit sein wird. Dann kommen noch Boris Zivkovic, Rückraum rechts, und Dylan Kürsteiner, Flügel links, zur Mannschaft hinzu.

Der Start der vergangenen Saison war holprig. Beim zu erwartenden Sieg gegen Flawil musste die Mannschaft zuhause eine Niederlage einstecken, konnte sich dann jedoch aufrichten und gewann 22 Spiele in Folge. Auch dieses Jahr verlor der HCA im ersten Saisonspiel. Braucht es also auch diesmal wieder so ein Wachrütteln?

Letztes Jahr haben wir das erste Spiel dominiert und doch verloren. Dies hat uns tatsächlich wachgerüttelt. Wir haben danach eine super Saison gespielt. In der Nati B ist der Modus etwas anders und wir können uns mehr Zeit lassen fürs Punktesammeln. Wir brauchen verständlicherweise auch noch ein bisschen Zeit, um in der Liga anzukommen. Am Samstag treffen wir auf den HSG Baden-Endingen. Sie sind einer der Titelanwärter und wollen in die Nati A aufsteigen. Auf dem Papier sind sie stärker, aus unserer Sicht ist jedoch alles möglich.

Was sind Ihre Saisonziele?

Das offizielle Ziel ist der Liga-Erhalt. Wir als Mannschaft haben uns intern noch höhere Ziele gesteckt. Wir möchten die Zuschauenden gerne begeistern und vor vollen Hallen spielen. Ausserdem wollen wir im oberen Mittelfeld mitspielen.

Früher selbst auf dem Spielfeld, heute Dirigent an der Seitenlinie: Clemens Gangl, Cheftrainer des HC Arbon
Früher selbst auf dem Spielfeld, heute Dirigent an der Seitenlinie: Clemens Gangl, Cheftrainer des HC Arbon
© z.V.g.

Sie sind nicht nur als Cheftrainer im Einsatz, sondern hauptberuflich als Physiotherapeut tätig. Wie gehen Sie mit dieser Doppelbelastung um – vor allem jetzt mit dem erhöhten Engagement der Nati B?

Ich bin mit einem Pensum von 80 Prozent als Physiotherapeut tätig. Eine Vollzeit-Arbeitsstelle würde sich nicht mit der Tätigkeit als Cheftrainer kombinieren lassen. Der Montag ist als Homeoffice-Tag für den Handball reserviert. Das Pensum beschränkt sich aber natürlich nicht auf diesen Tag, sondern zieht sich mit den täglichen Trainingseinheiten und den Spielen an Wochenenden über die ganze Woche. Es ist ständig was zu tun und die restliche Freizeit fällt knapp aus, aber das ist in Ordnung. Es gehört eben zum Job dazu. (lacht)

Zum Schluss: Sie haben früher selbst Handball gespielt und waren als hitziger Spieler bekannt. Wie haben Sie den Wechsel vom Spieler zum Cheftrainer beziehungsweise dem Ruhepol der Mannschaft geschafft?

Dieser Wechsel hat Vor- und Nachteile. Einerseits kenne ich die Spieler sehr gut, da wir zwei Jahre zusammen gespielt haben. Es ist aber auch ein kleiner Nachteil, weil wir teilweise auch ausserhalb der Halle befreundet sind. Wir trennen dies jedoch strickt. Und ja, ich war selbst als Spieler auf dem Feld und ich war emotional, aber Handball muss emotional sein. Als Trainer war ich anfangs oft noch zu emotional, bin mittlerweile jedoch zurückhaltender. Wenn es das braucht, kann ich aber Feuer, Hitzigkeit und Emotionen einbringen. Ich reflektiere mich genau – so wie ich es auch von meinen Spielern erwarte.

Spielplan Samstag, 12. September

Dieses Wochenende spielt der HCA das erste Heimspiel der Saison. Die Supporterbar ist ab 17 Uhr geöffnet.
12.30 Uhr
MU13P – HC Amriswil
14.15 Uhr
SG Lakers FU14 – HC Rheintal
16 Uhr
SG Lakers MU13I – SG Freiamt PLUS
18 Uhr
Herren 1 – HSG Baden-Endingen
20.15 Uhr
Herren 3 – SG Bruggen 2

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