Barbaras Beerenwelt
Alice HoferWas machst Du gerade?
Barbara: Meine Lieblingsbeschäftigung ist jäten. Ich habe hier im Erdbeer-Beet damit angefangen, weil alles mit Unkraut überwachsen war. Heute habe ich das nun vollendet, jetzt haben die Erdbeeren genug Platz zum Wachsen.
Ist es normal, dass sie um diese Zeit schon blühen?
Ja. Neue Erdbeerstauden brauchen zunächst etwas Zeit, aber nach zwei, drei Jahren werden sie richtig schön und robust. Heuer dürfte es viele Erdbeeren geben.
Seit wann gärtnerst Du hier? Und warum?
Ich habe grad neu angefangen dieses Jahr, im Gemeinschaftsgarten. Zwar habe ich zuhause meinen eigenen Garten, doch da bin ich meist allein mit meinem Kind. Darum brauche ich noch etwas Austausch mit anderen Leuten, deshalb bin ich nun hier.
Hast Du dabei auch eine Zielsetzung?
Nein, keine. Mit der Ernte freut man sich, wenn es etwas daraus gibt, und das ist halt ein Ausprobieren. Auch wenn es mal nichts wird, ist es gut. Wir sind ja nicht Selbstversorger, die darauf angewiesen sind.
Was ist Dein Lieblingsgewächs?
Alle Arten von Beeren. Sämtliche Sträucher hier werden von mir rundherum gejätet, bekommen ihren Kompost, damit sie dann schöne Beeren geben, das mache ich sehr gerne.
Was hat der Garten Dir beigebracht? Was flüstern Dir die Pflanzen?
Wertschätzung! Man schätzt einen selber gehegten, gepflegten, gegossenen und geernteten Salat – oder gar ein einzelnes Radieschen – einfach viel mehr! Verbringst Du viel Zeit hier? Meistens Mittwoch nachmittags, je nach Wetter auch bis in den Abend.
Sommerserie «Gartenlaube»
Der deutsche Orthopäde Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808 - 1861) hatte stets den Kindern mehr Bewegung an der frischen Luft empfohlen. Zu seinen Ehren eröffnete man 1865 den ersten «Schreberplatz» in Leipzig: Eine Spielwiese, wo die Kinder von Fabrikarbeitern mit Betreuung eines Pädagogen spielen und turnen konnten. Später nannte man die ersten Pflanzplätze am Stadtrand «Schrebergärten». Bald etablierten sich in grossen Städten zahlreiche sogenannte «Kleingärten» bzw. «Familiengärten» als Erholungs- und Freizeitzonen. 1925 wurde der Schweizer Familiengärtnerverband gegründet, der inzwischen rund 23’500 Mitglieder zählt. Die Areale werden von Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt. Die «Schützenwiese» Arbon wird vom Verein ArbonGardening und HEKS bewirtschaftet, hier gibt es auch Gemeinschafts-Beete für Leute, die keinen eigenen Platz kaufen können/wollen: familiengaertner.ch/regionen-vereine/ostschweiz