«Das Leben ist bittersüss»
Manuela MüllerAnna Rossinelli, Sie sind nicht zumersten Mal in Arbon zu Gast, auch wenn das «SummerDays» für Sie eine Premiere ist. Die Stadt am Bodensee scheint Sie anzuziehen.
Anna Rossinelli: Oh ja, wir waren schon ein paar mal in Arbon. Wir haben dreimal im Presswerk gespielt und auch schon einmal an einem Festival. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, welches Festival das war, ich bin da immer so vergesslich… (lacht)
Diesmal ist es das «SummerDays» – worauf freuen Sie sich am meisten?
Mir wurde erzählt, dass das Festival sehr familienfreundlich ist, direkt am See stattfindet und es deshalb auch sehr besonders sein soll.
Ihre Texte wie zum Beispiel bei «Mother» sind sehr tiefgründig. Gibt es Songs, die es deshalb nicht in Ihr Festival-Repertoire schaffen?
Natürlich spielen wir an den Festivals möglichst die Songs, die gut beim Publikum ankommen, es zum Tanzen animiert und dazu, noch mehr von unserer Musik zu hören. Für mich gehört aber auch immer ein ruhiger Song mit ins Festival-Repertoire. Es geht dabei um die Mischung, denn das Leben ist bittersüss. Mal passt ein schnellerer Uptempo-Song, um etwas mit einem guten Gefühl zu bestreiten, in anderen Situationen ist ein melancholischer Song gefragt. Mir persönlich fällt es jedoch schwerer «Happy Songs» zu schreiben, als die melancholischen.

Wie ist es für Sie, so persönliche Songs vor Publikum zu spielen?
Mir fällt es seit einem gewissen Alter leichter, die Emotionen, die mit diesen Songs verbunden sind, mit dem Publikum zu teilen. Denn «Mother» löst beim Publikum und mir etwas aus.
Wie hat sich Ihre Musik mit den Jahren verändert?
Das Leben verändert sich und damit auch meine Musik. Ich befinde mich in einem ständigen Prozess, finde Wege, mich besser auszudrücken oder will neue Seiten von mir zeigen.
Ihre Heimat scheint von Ihren Songs begeistert zu sein. Denn Sie werden nächste Woche für Ihre Songs von der Bürgergemeinde Basel ausgezeichnet. Wie fühlt sich das für Sie an?
Ich finde es mega schön – es ist wie Geburtstag feiern, denn ich darf am Donnerstag, 4. September, für die Preisverleihung ein Fest ausrichten.
Zurück zum Fest in der Region... Weshalb sollten möglichst alle bereits um 13 Uhr vor der Bühne stehen?
Wir sind authentisch, verbreiten gute Laune und ich werde dann gegen den Schluss auch noch barfuss auf der Bühne herumhüpfen. (lacht) Viele sind doch noch überrascht, wenn sie sehen, wer eigentlich hinter dem Song steckt, den sie immer wieder im Radio hören.
Programm «SummerDays»
Freitag, 29. August
16 Uhr Lovebugs
17.45 Uhr Sens Unik
19.30 Uhr Gianna Nannini
21.45 Uhr Patent Ochsner
24 Uhr Gentleman
Samstag, 30. August
13 Uhr Anna Rossinelli
14.30 Uhr Kamrad
16.30 Uhr Loco Escrito
18 Uhr Nemo
19.45 Uhr LEA
21.45 Uhr Samu Haber
23.45 Uhr Sido
Emmi Music Brunch
Morgen Samstag, findet zum ersten Mal der «Emmi Music Brunch» statt. Ab 9 Uhr bis 11.30 Uhr kann auf dem Festivalgelände gefrühstückt und der Musik von Singer-Songwriter Andryy gelauscht werden. Der Eintritt ist auch ohne «SummerDays»-Ticket frei für alle zugänglich. «Es häd solangs häd»