Die Kunstszene trifft sich ab sofort in Arbon
Kim Berenice GeserIn der Kunstszene ist sie international vernetzt. In Arbon machte sich Georgeta Abagiu, genannt Gina Aby, erstmals 2022 einem breiten Publikum bekannt. Damals organisierte sie nur drei Monate nach dem Auszug der Migros Klubschule in deren ehemaligen Räumlichkeiten im Schloss eine Kunstausstellung mit 62 nationalen und internationalen Kunstschaffenden. Sie erinnert sich schmunzelnd, wie nicht alle in ihrem Umfeld daran glaubten, dass sie das in so kurzer Zeit hinbekommt. «Aber wenn etwas nicht funktioniert, bringe ich es zum Funktionieren», sagt sie. Dieser Satz könnte auch das Lebensmotto der gebürtigen Rumänin sein, die in ärmsten Verhältnissen aufwuchs.
Gina Aby – direkt beim Marktplatz in der Arboner Altstadt.
Dennoch oder gerade deshalb begegnete sie sämtlichen Prüfungen, die ihr das Leben auferlegte, mit einer unerschütterlichen Positivität. Abagiu ist überzeugt: Das Leben hält Gutes bereit, man darf sich von seinen Unebenheiten nur nicht unterkriegen lassen. Und die Erfahrung gibt ihr Recht. Auf die erste folgten weitere Ausstellungen in Arbon und Appenzell, die grossen Kunstmessen im Seeparksaal, zu denen Sammler aus dem In- und Ausland anreisen, und diesen Sonntag, 1. März, um 14 Uhr die Erfüllung eines Traums: die Eröffnung ihrer eigenen Galerie.
Vom Tattoo-Studio zur Kunstgalerie
Die dreiwöchige Eröffnungsausstellung zeigt Werke von 16 Künstlerinnen und Künstler von Arbon bis nach Australien. Danach plant die Galeristin und Künstlerin Projekte zu diversen Themen, zum Beispiel eine Ausstellung ausschliesslich aus Miniaturen. All zu viel verraten will sie an dieser Stelle aber noch nicht. Kein Geheimnis macht sie um ihre Vision für die Galerie: «Sie soll ein Treffpunkt für Kunstschaffende werden, die hier ihre Ideen austauschen und verwirklichen können.» In der Wiederbelebung der Ladenfläche des ehemaligen Tattoo-Studios sieht sie auch einen Gewinn für die Altstadt und den Tourismus. «Ich hatte schon beim Einrichten die ersten Besucher, die sich neugierig erkundigt haben, was hier entsteht», freut sie sich. Zuletzt darf, wie bei all ihren Projekten, der soziale Aspekt nicht fehlen. So soll die Galerie auch noch unbekannten Talenten eine Plattform bieten. Im Atelier im hinteren Bereich der Räumlichkeiten an der Postgasse 4 will sie ausserdem Workshops für Erwachsene und Kinder anbieten. An einer für Familien bezahlbaren Finanzierung arbeitet sie bereits.