Die letzte Chance nutzen
Manuela MüllerRolf Müller, wie hoch ist der Druck, der momentan auf dem Organisationskomitee des «slowUp» lastet?
Rolf Müller: Der Druck ist spürbar. Die Teilnehmenden erwarten, dass der «slowUp» weiterhin stattfindet und der Trägerverein fordert, dass die Veranstaltung kostendeckend organisiert werden kann. Gleichzeitig mussten wir nach der Übernahme durch Thurgau Tourismus im Jahr 2024 ohne finanzielle Reserven starten. Hinzu kommt, dass auch Arbeitsplätze bei Thurgau Tourismus direkt mit der Veranstaltung verknüpft sind. Ein Wegfall des «slowUp» wäre bedauerlich, da ein Anlass, bei dem der Langsamverkehr so sichtbar im Zentrum steht, in Zukunft kaum mehr realisierbar wäre.
Wie läuft der «slowUp Bodensee» am Sonntag für Sie im Optimalfall ab?
Am besten gelingt der Tag bei trockenem Wetter, ohne Unfälle und mit vielen begeisterten Teilnehmenden, die den «slowUp» aktiv unterstützen.
Die Unterstützung ist jetzt wichtiger denn je. Was braucht es, damit die Veranstaltung der Region weiterhin erhalten bleibt?
Trockene Bedingungen bringen erfahrungsgemäss viele Teilnehmende. Dieses Jahr ist dies besonders wichtig, da wir erstmals die «slowUp»-Vignette für fünf Franken als neues Finanzierungsmodell an drei Standorten entlang der Strecke verkaufen und auch eine Medaille für Kinder erhältlich ist. Zudem profitieren die Festwirtschaften bei schönem Wetter von mehr Gästen, denn auch sie leisten erstmals einen finanziellen Beitrag, den sie bei guten Verhältnissen besser wieder einspielen können. Und schliesslich hoffen wir auf eine fröhliche Stimmung auf den Festplätzen: Diese motiviert die Festwirtschaften, Standbetreibenden und Sponsoren, auch künftig wieder dabei zu sein.

Genügend Einnahmen am Sonntag reichen allein aber nicht fürs Überleben des Events aus. Hat sich in der Zwischenzeit noch etwas in Sachen Finanzierung ergeben?
Der Erlös aus dem Vignettenverkauf lässt sich zwar noch nicht abschätzen. Die Teilnahmebeiträge von Festwirtschaften, Standbetreibenden und weiteren Partnern sind hingegen erfreulicherweise wie budgetiert eingetroffen. Das zeigt, dass die meisten letztjährigen Akteure trotz der Neuerungen weiterhin mitmachen.
Und wenn all diese Bemühungen trotzdem keine Früchte tragen und es keinen «slowUp Bodensee» 2026 geben wird?
Dann müsste als Erstes die Geschäftsstelle bei Thurgau Tourismus rückgebaut werden – nach nur einem Jahr Aufbau und einem Jahr regulärem Betrieb. In einem zweiten Schritt würde der Trägerverein aufgelöst. Damit wäre der «slowUp Bodensee» nach bald 25 Jahren definitiv Geschichte. Ein einzigartiger Anlass, der die Region jeweils für einen Tag ganz dem Langsamverkehr gewidmet hat, würde unwiederbringlich verloren gehen.
slowUp führt zu Strassensperrungen
Am Sonntag, 31. August findet der diesjährige slowUp Bodensee statt. Unabhängig vom Wetter ist die Strecke an diesem Tag zwischen 08.55 und 18 Uhr für den motorisierten Verkehr vollständig gesperrt.
Auf Arboner Stadtgebiet betrifft dies zwei Strecken: Die erste führt von Steinach herkommend auf der Bahnhofstrasse nordwärts bis zum Standort der UBS, von dort weiter via Adolph-Saurer-Quai, Hafenstrasse, Hauptstrasse, Romanshornerstrasse und schliesslich auf der Egnacherstrasse weiter in Richtung Nordwesten. Die zweite Strecke führt von Roggwil herkommend auf der St. Gallerstrasse bis zum Museum MoMö, weiter via Niederfeld, Kupferwiesenstrasse und Pündtstrasse bis zur Landquartstrasse, nach Süden bis zur Rorschacherstrasse und auf dieser weiter nach Osten. In Stachen führt die Strecke über das Firmengelände der Mosterei Möhl, wobei der Parkplatz des Museums MoMö zugänglich bleibt.
Streckenüberquerungen punktuell
Grundsätzlich sind alle in diese Strecke einmündenden Strassen gesperrt. Trotzdem ist es an verschiedenen Orten möglich, diese zu überqueren – dort nämlich, wo Verkehrskadetten oder Feuerwehr den Verkehr regeln. Eine solche Stelle befindet sich beim Stahelkreisel (durch das Tunnel Rosengartenstrasse erreichbar). Von der Promenadenstrasse aus kann der motorisierte Verkehr via Lindenhalde zur Bahnhofstrasse gelangen. Möglich ist das Queren der Strecke zudem an der Romanshornerstrasse, beim Knoten Scheibenstrasse/ Höhenstrasse/Rütistrasse (Kreisel beim Aldi), noch weiter westwärts an der Egnacherstrasse auf Höhe Fetzislohstrasse/Kratzern und in Arbon Süd beim Knoten Roggwilerstrasse/ Kupferwiesenstrasse/Pündtstrasse (nahe McDonald’s). Gesperrt ist jedoch das letzte Teilstück des Autobahnzubringers zwischen der Ausfahrt Arbon West und dem Strassenende in Wiedehorn. Die Zufahrt zu beziehungsweise Wegfahrt von bestimmten Liegenschaften auf Stadtgebiet kann erschwert oder unmöglich sein. Wer am 31. August auf das Auto angewiesen ist, parkiert am besten bereits vor dem Anlass ausserhalb der Strecke, um ein Wegkommen zu sichern. Umleitungen sind signalisiert. Verkehrskadetten und Streckenposten helfen bei Unklarheiten gerne weiter.
Änderungen im ÖV
Vom slowUp betroffen ist auch der öffentliche Verkehr. So verkehren Postautos der Linie 200 zwischen Arbon und Roggwil in beiden Richtungen auf der Strecke Arbon Bahnhof – Bündnerhof – Landquartstrasse – Kupferwiese – Ochsen Roggwil. Nicht bedient werden die Arboner Haltestellen Stahelplatz, Romanshornerstrasse, Bergli, Alter Werkhof, Wildpark, Alpenblick, Museum MoMö sowie Frohheim und Post in Roggwil. Die Strecke zwischen den Haltestellen Ochsen Roggwil und St. Gallen Bahnhof ist nicht tangiert. Auch kann die Linie 210 am slowUp-Tag die Haltestellen in der Arboner Altstadt nicht bedienen. Ebenfalls betroffen ist das Angebot von Bus Oberthurgau. So verkehren die Busse auf der Linie 940 zwischen Neukirch und Arbon nicht, und auch die Linie 941 zwischen Neukirch und Arbon wird bis 20 Uhr nicht bedient. Der gesamte slowUp-Streckenplan, Informationen zu Verkehrsbehinderungen sowie Angaben zu Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr finden sich auch auf der Website des Anlasses unter slowup.ch/bodensee.
Medienstelle Arbon