zum Inhalt springen
Ruedi Burger, Leiter Markt bei BUS Ostschweiz.

·

Zur Artikelübersicht

E-Buss auf dem Vormarsch

BUS Ostschweiz treibt die Elektrifizierung ihrer Flotte konsequent voran. Auch im Oberthurgau und in Arbon wird der Wandel sichtbar: Elektrobusse stehen zunehmend für einen öffentlichen Verkehr, der leiser, komfortabler und klima-freundlicher unterwegs ist.

Marcel Baumgartner

Die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs schreitet auch in der Ostschweiz sichtbar voran. Was vor wenigen Jahren noch als Zukunftsvision galt, gehört heute zunehmendzum Alltag auf regionalen Buslinien. Bei BUS Ostschweiz sind aktuell bereits 22 Elektrobusse im Einsatz, weitere elf Fahrzeuge wurden bestellt. Grundlage dafür bildet die E-Bus-Strategie der Ostschweizer Kantone. Diese sieht vor, die gesamte Busflotte bis etwa 2038 schrittweise zu elektrifizieren. «Neue Fahrzeuge werden im Regionalverkehr grundsätzlich nur noch als E-Busse beschafft», erklärt Ruedi Burger, Leiter Markt bei BUS Ostschweiz. Bestehende Dieselbusse blieben allerdings bis zum Ende ihrer Abschreibungsdauer im Einsatz. Die Umstellung erfolge deshalb etappenweise und abgestimmt auf Infrastruktur und Betrieb.

Arbon als Teil der E-Bus-Region

Auch Arbon ist Teil dieser Entwicklung. Über BUS Oberthurgau ist die Region zwischen Arbon, Romanshorn, Amriswil und Bischofszell in das Netz von BUS Ostschweiz eingebunden. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 sind im Raum Amriswil und Oberthurgau erste Elektrobusse im Einsatz. Der modernisierte Betriebshof Amriswil spielt dabei eine zentrale Rolle: Dort werden die Fahrzeuge geladen, unterhalten und für den täglichen Einsatz vorbereitet.

Für Arbon bedeutet dies, dass Elektromobilität nicht nur ein Thema grosser Städte bleibt, sondern auch im regionalen Alltag ankommt. Wer in Arbon, Amriswil oder Romanshorn den Bus nutzt, erlebt den Wandel zunehmend direkt: weniger Motorenlärm, weniger Vibrationen und ein ruhigeres

Fahrgefühl. Gerade in dicht bebauten Ortszentren und Wohnquartieren ist dies ein spürbarer Vorteil. Die Gründe für den Umstieg seien vielfältig. Neben ökologischen Vorteilen spielten auch wirtschaftliche und betriebliche Aspekte eine wichtige Rolle. «Der Primärenergieverbrauch kann um bis zu 40 Prozent reduziert werden, die Treibhausgasemissionen sogar um 80 bis 90 Prozent», sagt Burger. Gleichzeitig hätten technologische Fortschritte dafür gesorgt, dass E-Busse heute zuverlässig und wirtschaftlich betrieben werden könnten.

Auch die Kostenfrage habe sich verändert. Während Elektrobusse früher über den gesamten Lebenszyklus teurer gewesen seien als Dieselbusse, verbessere sich ihre Wirtschaftlichkeit zunehmend – unter anderem wegen steigender Dieselpreise und politischer Entscheide wie dem Wegfall der Treibstoffzollrückerstattung.

Mehr Komfort für Fahrgäste

Im Alltag machen sich die Unterschiede laut Burger deutlich bemerkbar. Elektrobusse seien leiser, vibrationsärmer und würden gleichmässiger beschleunigen. «Das erhöht den Komfort für Fahrgäste und Fahrpersonal und reduziert gleichzeitig die Lärmbelastung für Anwohner», erklärt er. Die bisherigen Erfahrungen im Betrieb seien durchwegs positiv. Die Fahrzeuge würden über Nacht in den Depots geladen und stünden am Morgen vollständig einsatzbereit zur Verfügung. «Reichweite, Ladeprozesse und Zuverlässigkeit erfüllen die Erwartungen im täglichen Einsatz», sagt Burger.

Grosse Investitionen in Infrastruktur

Mit der Elektrifizierung alleine ist es allerdings nicht getan. Der Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur sei aufwendig und mit hohen Investitionen verbunden. Betriebshöfe müssten angepasst, Stromversorgungen ausgebaut und betriebliche Abläufe neu organisiert werden. Die Umsetzung erfolge deshalb schrittweise und in enger Zusammenarbeit mit Energieversorgern und den Kantonen. BUS Ostschweiz setzt dabei hauptsächlich auf sogenannte Depotladung. Die Fahrzeuge werden nachts geladen, bei längeren Umläufen teilweise zusätzlich tagsüber. In Amriswil wurde der Betriebshof dafür gezielt ausgebaut. Seit Dezember 2025 fahren dort fünf Elektrobusse auf Linien von BUS Oberthurgau; der Standort gilt als wichtiger Lade- und Betriebsstandort für die E-Bus-Flotte im Oberthurgau. Für Ruedi Burger ist klar: «In den kommenden zehn Jahren wird der Anteil an E-Bussen weiter deutlich steigen und das Erscheinungsbild des öffentlichen Verkehrs nachhaltig prägen.»

Anzeigen