«Glauben Sie mir, wir haben einen Plan»
Kim Berenice GeserIn Steinach haben sich die Wogen geglättet. Nach der turbulenten Gemeindeversammlung im letzten Jahr, bewegt sich der Versammlungsdampfer diese Woche wieder in ruhigen Gewässern. Besetzt ist er mit 228 stimmberechtigten Personen, was einem Stimmanteil von 10,4 Prozent entspricht. Damit liege man im Schnitt der Vorjahre, zumindest derer ohne Spektakel, erlaubt sich Gemeindepräsident Michael Aebisegger eine Randbemerkung zu den Ereignissen des Vorjahres. Dass die Stimmung heuer entspannter ist, liegt sicher am deutlich besseren Rechnungsergebnis 2025. Dieses schliesst mit einem Plus von 855’724 Franken ab, budgetiert war ursprünglich ein ebenso hohes Minus. Haupttreiber hierfür sind, wie vielerorts, die hohen Steuernachzahlungen. Ein weiterer Punkt, der die Gemüter beruhigt zu haben schien, ist der Weg, den der Gemeinderat beim Lebensraum Gartenhof eingeschlagen hat. Um sich des strukturellen Defizits zu entledigen, welches dieser der Gemeinde seit der Eröffnung des Hauses Ulme aufbürdet, soll das Alters- und Pflegeheim an einen externen Betreiber übergehen. Dafür gab es diesmal sogar ein Lob, namentlich von Rolf Ritter, der letztes Jahr den Antrag für diese Betreiberabklärung gestellt hat. Ein kurzes Scharmützel mit Gemeinderat Markus Lanter über den Belegungsanteil Auswärtiger im Gartenhof konnte er sich dennoch nicht verkneifen. Es blieb jedoch beim Wortabtausch.
Zwei Kredite bewilligt
Dieser fand indes erst in der allgemeinen Fragerunde statt. Davor sorgten weder die Rechnung 2025 noch das Budget 2026 (mit einem Defizit von 850’740 Franken) für Diskussionsbedarf und wurden einstimmig angenommen. Auch dem Kredit von 470’000 Franken für die Sanierung des Allwetterplatzes und der Laufbahn auf der Schulanlage wurde ohne grössere Einwände zugestimmt. Redebedarf seitens der Bürgerschaft gab es einzig beim 800’000-Franken-Kredit für die flächendeckende Einführung von Unterflurcontainer (UFC) auf dem Gemeindegebiet. Hintergrund ist, dass die A-Region (Abfallregion St. Gallen-Rorschach-Appenzell), mit welcher die Gemeinde derzeit die Kehrichtabfuhr organisiert, bis 2029 die klassische Abfallsack-Sammlung abschaffen und durch die Entsorgung durch UFC ersetzen will. In Steinach bedeutet dies den Einbau der dafür nötigen Infrastruktur auf dem ganzen Gemeindegebiet. In der Diskussion führten unter anderem die zusätzlichen Kosten, die Standorte und die fristgerechte Realisierung zu Fragen aus der Bevölkerung. Ein Antrag, die Kosten für die UFC einer künftig durch die Gemeinde organisierten Entsorgung gegenüberzustellen, fand keine Mehrheit. Aebisegger hielt fest, dass bereits in 23 Gemeinden der A-Region das Konzept erfolgreich umgesetzt wurde und versicherte der Versammlung: «Glauben Sie mir, wir haben einen Plan.» Die Stimmbürgerschaft glaubte und stimmte dem Antrag mit 153 Ja- zu 48 Nein-Stimmen zu.