«Ich habe ein erstarrtes Land gesehen»
«Demain jamais» vereint Fotografien, die der Schweizer Künstler Augustin Rebetez zwischen 2018 und 2023 in Russland in den Regionen Ural, Sibirien, Jakutien und im Fernen Osten aufgenommen hat. Ursprünglich zu einem Künstleraufenthalt nach Jekaterinburg eingeladen, fühlte sich Augustin Rebetez schnell von der Härte der Winter, den unermesslichen Entfernungen, aber auch von der Herzlichkeit der Menschen, denen er begegnete, angezogen. Wie lebt die Jugend in den Provinzen? Wie sieht sie aus? Wie wächst man unter einem autoritären Regime auf? Was kann man heute in Russland noch schaffen? Mehrfach bereiste Rebetez das Land und interessierte sich dabei für die lokalen Kunstszenen. Gleichzeitig schottete sich Russland immer mehr ab – zunächst pandemiebedingt, dann durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dank dynamischer Netzwerke teilte Rebetez seine Arbeit, entwickelte Kooperationen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern und bezog all jene in seinen Ansatz ein, die sich darin wiedererkannten. Rebetez sagt dazu: «Ich habe ein erstarrtes Land gesehen. Eine isolierte und entschlossene Generation. Eine Gegenkultur, die am Ende ihrer Kräfte ist, aber Widerstand leistet.» Die Bilder dazu zeigt er morgen Samstag, 12. September, um 15 Uhr im Rahmen eines «Diaporama», eine Diaschau in der Kunsthalle Arbon. Musikalisch wird er dabei begleitet von der Bieler Musikerin REA. Der Anlass ist kostenlos, es gibt eine Kollekte.
pd