Jedem Bau seine Einsprache
Kim Berenice GeserSchief ragten die Visiere hinter dem Bauzaun hervor und bogen sich bedenklich im Wind. Es war alles andere als ein traumhafter Ausblick, der sich den Hotelgästen des «b_smart» in Arbon in den letzten Jahren bot, wenn sie in Richtung der Webmaschinenhalle aus dem Fenster sahen. Jetzt sind die Visiere weg und damit demnächst auch die Aussicht. Denn an ihrer Stelle entsteht die Überbauung Henry: zwei Wohn- und Gewerbehäuser sowie fünf Reihenhäuser, sogenannte «Townhouses» (siehe Kasten). Das Baugesuch hierfür hatte die HRS bereits im Juli 2023 eingereicht. Wenige Wochen bevor das damals neu gebaute «b_smart Hotel» eingeweiht wurde und kurz nachdem die Altlastensanierung auf der Parzelle abgeschlossen worden war. Der Bezug der 40 Miet-, 17 Eigentumswohnungen und fünf Stadthäuser war ursprünglich auf Ende 2025 geplant. Doch ein Einsprecher machte diesem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung.
Ohne Vorschuss kein Verfahren
«Er hätte gerne seine eigene Vision für dieses Areal verwirklicht gesehen», fasst Michael Breitenmoser, Mitglied der Geschäftsleitung bei HRS, die Beweggründe des Einsprechers zusammen. Dass dies nicht ausreicht, um einer Einsprache stattzugeben, ist selbsterklärend. Doch der Einsprecher liess sich davon nicht abhalten. Als der Stadtrat die Einsprache abwies und das Baugesuch im März 2024 bewilligte, legte er dagegen Rekurs beim kantonalen Departement für Bau und Umwelt ein. Doch auch hier fiel der Entscheid nicht zu seinen Gunsten aus, worauf er den Fall an die nächste Instanz, das Verwaltungsgericht, weiterzog. Dort endete allerdings die Odyssee vor Kurzem, weil der Rekurrent den Kostenvorschuss für das Verfahren nicht einzahlte. In einem solchen Fall wird in der Regel nicht auf die Beschwerde eingetreten und das Verfahren abgeschrieben. So auch hier, womit der Umsetzung der drei Neubauten nichts mehr im Weg steht.
70 neue Wohnungen
Breitenmoser rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren. Mit der Vermarktung der Eigentumswohnungen und «Townhouses» wurde jüngst begonnen. Die Preise der 31/2- bis 51/2-Zimmerwohnungen bewegen sich zwischen 750’000 und 1’670’000 Franken. Von den insgesamt 17 Stück sind aktuell fünf reserviert. Bei den Stadthäusern mit je 51/2 Zimmern beträgt der Kaufpreis rund 1,1 Mio. Franken. Aktuell sind zwei von fünf reserviert. Die Ausschreibung der 48 Mietwohnungen erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Im Gegensatz zu den anderen zwei Gebäuden befindet sich dieses nicht im Besitz der HRS, sondern wurde von der PKG Pensionskasse aus Luzern erworben. Die HRS fungiert aber als Bauherrin für alle drei Liegenschaften.
Das Projekt Henry in Kürze
Die Wohn- und Gewerbeüberbauung Henry beinhaltet drei Baukörper. Der erste verläuft entlang der Stickereistrasse. Es handelt sich dabei um ein siebengeschossiges Flachdachgebäude mit 48 Mietwohnungen und einer Höhe von 21 Metern. Unmittelbar daneben entsteht ein gleichhohes Gebäude mit 17 Eigentumswohnungen. Der dritte Baukörper umfasst fünf sogenannte «Townhouses». Diese mehrgeschossigen Stadthäuser verfügen über eigene Terrassen und Pflanzbereiche und grenzen an eine begrünte Dachfläche an. Für die verschiedenen Nutzungen stehen 86 Parkplätze zur Verfügung, wovon 74 unterirdisch oder in Einstellhallen zu liegen kommen. Der Bearbeitungsperimeter der Überbauung «Henry» beläuft sich auf 3500 Quadratmeter, wobei die überbaute Fläche rund 2500 Quadratmeter umfasst. Das Projekt stammt aus einem Architekturwettbewerb, den das Büro Michael Meier und Marius Hug Architekten AG in Zürich gewann. Die Investitionssumme beträgt rund 40 Mio. Franken.