Nach Coop verlässt auch kybun Joya das Hamel-Gebäude
Kim Berenice GeserDie Einkaufspassage im Erdgeschoss des Hamel-Gebäudes wirkt zunehmend verwaist. Mehrere Ladenflächen stehen seit Monaten, teilweise sogar seit Jahren leer. Anfang September schloss zudem die Coop-Filiale ihre Türen. Der Detailhändler begründete den Entscheid damit, dass sich der Standort wirtschaftlich nicht wie erhofft entwickelt habe. Nun zieht auch kybun Joya Konsequenzen. Wie Claudio Minder, Co-CEO des Roggwiler Schuhunternehmens, in einer Medienmitteilung vom Freitag erklärt, habe man sich einst bewusst für den Standort entschieden. «Wir haben an das Potenzial einer lebendigen Einkaufspassage geglaubt», schreibt Minder. Ursprünglich sei geplant gewesen, die ehemalige Stickerei zu einem Zentrum mit verschiedenen Gesundheitsangeboten zu entwickeln. Neben dem Schuhgeschäft hätten unter anderem Arztpraxen und Physiotherapieangebote entstehen sollen. Die Entwicklung sei jedoch anders verlaufen als vorgesehen und vereinbart, so Minder. Insbesondere der Wegzug mehrerer Ankermieter habe das Umfeld des Shops zunehmend unattraktiv gemacht.
Betrunkene und Cannabiskonsum sorgen für Unbehagen
Neben den Leerständen bereitet dem Unternehmen vor allem die Sicherheitslage Sorgen. Mitarbeitende seien wiederholt mit unangenehmen Situationen konfrontiert gewesen. Minder nennt etwa betrunkene Personen, die grölend durch die Passage ziehen, sowie Menschen, die sich im Gebäude zum Cannabiskonsum aufhalten. Nach der Schliessung der Coop-Filiale habe sich das Sicherheitsgefühl der Mitarbeitenden nochmals verschlechtert. «Wenn sich unsere Mitarbeitenden an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr uneingeschränkt sicher fühlen, müssen wir handeln», erklärt Minder. Das Unternehmen suchte deshalb das Gespräch mit dem Vermieter. Eine Einigung über Massnahmen für ein attraktiveres und sichereres Einkaufsumfeld kam laut Minder jedoch nicht zustande. «Unter diesen Umständen verlassen wir das Hamel-Gebäude», erklärt der Co-CEO. Obwohl das Unternehmen ursprünglich langfristig am Standort habe bleiben wollen – erst vor zwei Jahren wurde die Filiale umgebaut – sehe es keine Perspektive mehr. Wo kybun Joya künftig seine Schuhe verkaufen wird, ist noch offen. Den neuen Standort will das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.