zum Inhalt springen

·

Zur Artikelübersicht

«Wir wollen wachsen»

Die Arbon Energie AG braucht mehr Platz. Weil dieser am jetzigen Firmenstandort nicht vorhanden ist, plant das Unternehmen den Neubau eines Werkhofs für 14,5 Mio. Franken.

Kim Berenice Geser

Ist der alte Bau der Arbon Energie AG wirklich schon am Ende? Diese Frage stellte kürzlich Ruedi Daepp (SVP) an einer Parlamentssitzung. Die Antwort, die Geschäftsführer Silvan Kieber damals durch Stadtrat Didi Feuerle vortragen liess, ist dieselbe, die er diese Woche am Telefon gibt: «Das über 30-jährige Betriebsgebäude erfüllt die heutigen Anforderungen der Arbon Energie AG nicht mehr.» Wie Kieber ausführt, betrifft das sowohl die energetischen Aspekte, als auch die Barrierefreiheit, vor allem aber die Platzverhältnisse. «Wir wollen weiter wachsen, am heutigen Standort sind unsere Möglichkeiten hierfür aber jetzt schon begrenzt», sagt Kieber.

Neue Partner im Visier

Unter anderem will das Unternehmen die Zusammenarbeit mit weiteren Gemeinden ausbauen – analog dem Beispiel von Horn. Mit der Elektra Horn hat die Arbon Energie AG seit mehreren Jahren einen Betriebsvertrag. Gerade für kleinere Gemeinden könne es, so Kieber, eine Herausforderung sein, ein eigenes Versorgungsunternehmen zu betreiben. «Dabei kann es nur im Sinne der Bevölkerung sein, dass die Versorgungshoheit weiterhin bei den jeweiligen Gemeinden liegt.» Eine Partnerschaft mit der Arbon Energie AG ermögliche dies und erlaube den Gemeinden, Synergien zu nutzen, zum Beispiel beim Personal oder dem Know-how.

«Wir würden das nicht machen, wenn es betriebswirtschaftlich nicht aufginge»
Silvan Kieber

Wie der Geschäftsführer mitteilt, laufen bereits Gespräche mit möglichen neuen Partnern. Konkretere Angaben will er dazu nicht machen. Nur den Radius gibt er Preis: «Alles, was von Arbon aus in circa einer halben Stunde mit dem Auto erreichbar ist, kommt für uns in Frage.» Deshalb sei der neue Standort an der Blumenaustrasse 8 in unmittelbarer Nähe zum Autobahn-Anschluss auch ideal. Das Grundstück neben dem McDonald’s hat die Arbon Energie AG Anfang 2025 im Baurecht erworben und das bereits darauf stehende Gebäude, der ehemalige Firmensitz der Fecker Holzbau AG, gekauft.

Sanierung käme zu teuer

Laut Baugesuch, das aktuell noch bis zum 4. Februar bei der Stadt aufliegt, wird das bestehende Geschäftshaus durch einen direkt daran anschliessenden Neubau ergänzt und erschlossen. Der Neubau umfasst neben Lager- und Verwaltungsräumen auch eine Werkstatt sowie eine Werkhalle und Aufenthaltsräume. Die Fassade ist aus Sichtbeton und Holz, auf dem Dach, das «extensiv begrünt» werden soll, ist der Bau einer PV-Anlage geplant.

Sichtbeton, Holz und viel natürliches Licht – die Visualisierung zeigt den geplanten Neubau der Arbon Energie AG.
Sichtbeton, Holz und viel natürliches Licht – die Visualisierung zeigt den geplanten Neubau der Arbon Energie AG.
© z.V.g.

Die Investitionssumme beläuft sich auf 14,5 Mio. Franken. «Wir haben natürlich eine Sanierung und Erweiterung des heutigen Standorts an der Salwiesenstrasse geprüft», sagt Silvan Kieber. Dies käme jedoch wesentlich teurer zu stehen. Weshalb sich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat für einen Umzug und Neubau entschieden hätten. «Wir würden das nicht machen, wenn es betriebswirtschaftlich nicht aufginge», ergänzt Kieber. Ausserdem sei man um einen vernünftigen Einsatz der Gelder bemüht und plane pragmatisch und zweckdienlich, nicht luxuriös. Zweckdienlich ist auch, dass die Mieter des bestehenden Geschäftshauses weiterhin bleiben können. Der Umzug in den Neubau ist 2028 geplant.

Altes Betriebsgebäude zum Verkauf

Wie es danach mit dem jetzigen Standort weitergeht, kann der Geschäftsführer noch nicht beantworten. Das heutige Betriebsgebäude befindet sich im Eigentum der Arbon Energie AG. Den Boden hält die AG im Baurecht von der Bürgergemeinde Arbon. Das Areal teilt sich das Unternehmen allerdings mit der Stadt. Diese betreibt dort die Sammelstelle, die auch nach dem Wegzug der «Arbon Energie» an der Salwiesenstrasse bleiben wird. «Es wäre deshalb in unserem Interesse, unser Betriebsgebäude an die Stadt zu verkaufen», sagt Kieber. Ein entsprechendes Angebot habe er dem Stadtrat bereits vor einem Jahr unterbreitet, eine Antwort sei aber noch hängig. Stadtrat Didi Feuerle sagt auf Anfrage, das Angebot sei noch in Abklärung. Interesse sei seitens der Stadt auf jeden Fall vorhanden, ein solches Geschäft müsse jedoch wohlüberlegt sein, da es mit hohen sowie wiederkehrenden Kosten verbunden sei. Je nach ausgehandeltem Verkaufspreis wäre auch eine Parlamentsdebatte oder sogar eine Volksabstimmung nötig. Ob Kieber so lange warten wird, ist fraglich. «Ohne Rückmeldung der Stadt gehen wir den Verkauf im März an», sagt er. Angebote seien bereits vorhanden.

Anzeigen