zum Inhalt springen

·

Zur Artikelübersicht

Deutliches Ja für neue Gartenhof-Betreiberin

Steinach ist sein finanzielles Sorgenkind los. Die Stimmbürgerschaft bewilligt den Deal mit der Oase Gruppe und verkleinert im gleichen Zug den Gemeinderat.

Kim Berenice Geser

Selten hat man Gemeindepräsident Michael Aebisegger so erleichtert erlebt, wie nach der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am letzten Donnerstag. In rekordverdächtigen dreissig Minuten handelten die 217 anwesenden Stimmbürgerinnen und -stimmbürger die zwei wegweisenden Abstimmungsvorlagen rund um die Organisation des Lebensraum Gartenhofs ab. Das entspricht einer Stimmbeteiligung von 9,85 Prozent. Wortmeldungen gab es im Vorfeld kaum noch – kritische noch weniger. Scheinbar schienen alle Fragen bereits geklärt und die Meinung gebildet. Einzig Diego Müggler, ehemaliger Gemeinderat von Steinach, stellte in seinem Votum die Frage ans Plenum, ob der Gartenhof-Deal nicht vielleicht doch zu gut sei, um wahr zu sein. Er gab zu bedenken, dass bei Privatisierungen von Unternehmen in der Vergangenheit zwar viel versprochen worden sei, diese Versprechen aber nicht immer gehalten werden konnten. Als Beispiel nannte er unter anderem das Krankenversicherungsgesetz von 1994. Damals habe der Bundesrat argumentiert, der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen werde die Kosten dämpfen. «Wir alle haben gesehen, wie sich die Krankenkassenprämien entwickelten», konstatierte Müggler und fügte an, er hoffe, seine Befürchtungen träfen beim Gartenhof nicht ein. Bei den Stimmberechtigten überwog aber augenscheinlich das Interesse, das ungeliebte jährliche Defizit loszuwerden. Mit überwiegender Mehrheit stimmten sie der Abgabe des Betriebs per 1. April 2027 an die externe Betreiberin, die Oase Service AG zu. Danach war die daraus resultierende Reduktion des Gemeinderates nur noch Formsache: Einstimmig wurde beschlossen, diesen ab der Amtsperiode 2029-2032 auf fünf Mitglieder zu verkleinern.

Anzeigen