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Diese sechs Personen wollen in den Roggwiler Gemeinderat einziehen

Ende November finden in Roggwil die Gesamterneuerungswahlen der politischen Behörden statt. Für die vier Sitze im Gemeinderat stellen sich sechs Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung.

Kim Berenice Geser

Roggwil hat eine Wahl mit Auswahl: Drei Frauen und drei Männer wollen sich in der kommenden Legislatur für das Wohl der Gemeinde einsetzen. Von den bisherigen Ratsmitgliedern treten Sandra Pfister und Jürg Lengweiler erneut an. Vize-Gemeindepräsident Markus Zürcher, der seit 2015 im Amt ist, und Gemeinderätin Debora Bilgeri, die vier Jahre danach zum Gremium stiess, treten nicht mehr. Dafür steigen vier neue Gemeindemitglieder ins Rennen ein. In den unten stehenden Interviews stellen sie sich, ihre Motivation und ihre Pläne für das Leben in Roggwil vor. Sie verraten ausserdem, was sie von der geplanten Steuersenkung in Roggwil halten, welches legale Verhalten sie per sofort büssen würden und was sie von einer Fusion der Schulgemeinden Roggwil und Freidorf-Watt halten. Wer danach noch Fragen an die Kandidatinnen und Kandidaten hat, besucht am besten das grosse Wahlpodium, welches die Interpartei Roggwil am Mittwoch, 11. November, organisiert. Die Veranstaltung findet in der Mehrzweckhalle Freidorf statt und beginnt um 20 Uhr.

Corinne Hanimann – parteilos (neu)

Corinne Hanimann – parteilos (neu)

Alter: 45
Beruf: Risikokontrollerin bei Raiffeisen
Zivilstand: Partnerschaft, 2 Kinder (13 und 10 Jahre)
Wohnhaft in Freidorf seit: 34 Jahren
Interessen: Sport, Lesen und gemütliches Beisammensein

Was hat Sie zur Kandidatur motiviert?
Ich will die Gemeinde mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Jetzt kann ich die nötige Zeit und Erfahrung einbringen.

Warum sind Sie qualifiziert für dieses Amt?
Ich bin in Roggwil verwurzelt, denke wirtschaftlich und bringe 20 Jahre Berufserfahrung mit, davon acht in Führungspositionen.

Welche politischen Schwerpunkte wollen Sie setzen?
Finanzielle Stabilität sichern; den demografischen Wandel aktiv gestalten; Dorfleben attraktiv halten.

Roggwils aktuell grösste Baustelle?
Wichtige Themen sind der Entscheid zum Feuerwehrzweckverband sowie die langfristige Finanzierbarkeit der kommunalen Aufgaben, vor allem der steigenden Pflege- und Asylkosten.

Ihr Wunschressort?
Ich bin für alle Ressorts offen. Entscheidend ist für mich, dass ich meine Erfahrung aus einer unabhängigen Perspektive einbringen und konkrete Verbesserungen erreichen kann.

Mit welchem konkreten Beitrag wollen Sie das Gemeindeleben attraktiver gestalten?
Ich möchte attraktive Treffpunkte und Begegnungsorte für alle Generationen erhalten und weiterentwickeln.

Sie treten als Parteilose an. Wo verorten Sie sich auf der politischen Skala?
Bürgerlich und unabhängig. Mir sind Eigenverantwortung, solide Finanzen und pragmatische Lösungen wichtig, unabhängig von Parteigrenzen.

An wen sollen die Parzellen von Ochsen und Farinolihaus im Baurecht gehen?
An Trägerschaften mit überzeugendem Konzept, das Roggwil langfristig nützt.

Bei welchem Entscheid des Gemeinderates in den letzten fünf Jahren waren Sie anderer Meinung?
Ohne alle Hintergründe zu kennen, bewerte ich Entscheide zurückhaltend. Wichtig sind mir belastbare Fakten, offene Diskussionen und die Akzeptanz von Mehrheitsentscheiden.

Der Gemeinderat will die Steuern per 2027 trotz budgetiertem Defizit senken. Wie stehen Sie zu diesem Entscheid?
Eine Senkung ist nur verantwortbar, wenn die Aufgaben der Gemeinde auch mittelfristig finanzierbar bleiben. Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat das budgetierte Defizit sorgfältig geprüft hat.

Kürzlich wurde im Grossen Rat über die Fusion von Schul- und politischen Gemeinden diskutiert. Auch Roggwil hat noch zwei Schulgemeinden. Wie stehen Sie zu einer Fusion?
Ich bin offen für eine Prüfung. Entscheidend sind Qualität und effiziente Strukturen. Eine Fusion müsste einen klaren Mehrwert für Roggwil und Freidorf bringen.

Der letzte politische Inhalt, den Sie auf den Sozialen Medien gepostet haben?
Meinen Wahlflyer für die Gemeinderatswahlen.

Welches nach Gesetz legale Verhalten würden Sie per sofort büssen?
Keines. Verbote und Bussen sollten die Ausnahme bleiben. Ich setze lieber auf Eigenverantwortung und gesunden Menschenverstand.

Philipp Glanzmann – Die Mitte (neu)

Philipp Glanzmann – Die Mitte (neu)

Alter: 49
Beruf: Chef Region Ost, Kantonspolizei TG
Zivilstand: geschieden, 3 Kinder (20, 17 und 16 Jahre)
Wohnhaft in Roggwil seit: 2006
Interessen: Motorradfahren, Reisen

Warum sehen Sie sich als qualifiziert an für dieses Amt?
Ich bringe langjährige Führungs- und Behördenerfahrung mit. Als ehemaliger Schulpräsident kenne ich die politischen Abläufe und weiss, wie man Verantwortung übernimmt und gemeinsam Lösungen erarbeitet.

Das Schulpräsidium der PSG Roggwil haben Sie erst im Sommer 2025 abgegeben, unter anderem wegen Ihrer Beförderung zum Polizeichef Region Ost. Jetzt kandidieren Sie bereits wieder für ein politisches Amt. Weshalb?
Nach zehn Jahren in der Schulbehörde war der Zeitpunkt für einen Wechsel richtig. Inzwischen habe ich mich beruflich in meiner neuen Funktion etabliert und möchte mich wieder für Roggwil engagieren.

Welche politischen Schwerpunkte wollen Sie setzen?
Attraktive Gemeinde: Lebensqualität, Dorfcharakter und Eigenständigkeit von Roggwil und Freidorf bewahren. Gesunde Finanzen: Steuergelder verantwortungsvoll einsetzen und unsere Infrastruktur nachhaltig unterhalten. Starkes Gewerbe: Gute Rahmenbedingungen schaffen und Entwicklungsmöglichkeiten für das lokale Gewerbe fördern.

Ihr Wunschressort?
Grundsätzlich bin ich für alle Ressorts offen. Naheliegend wären Landwirtschaft und Sicherheit. Letztlich entscheidet die Konstituierung des Gemeinderates über die Ressortverteilung.

Roggwils aktuell grösste Baustelle?
Roggwil und Freidorf sollen sich weiterentwickeln können, ohne ihren Dorfcharakter zu verlieren. Die Herausforderung liegt darin, Wachstum, Lebensqualität und finanzielle Möglichkeiten zu vereinen.

Mit welchem konkreten Beitrag wollen Sie das Leben in der Gemeinde attraktiver gestalten?
Ich möchte mich für attraktive Rahmenbedingungen für Familien, Kinder und ältere Menschen einsetzen. Dazu gehören ein aktives Vereinsleben, gute Angebote und eine zeitgemässe Infrastruktur.

Sie treten für die Mitte an, obwohl diese keine Ortspartei in Roggwil hat. Wie kommt das?
Die Werte der Mitte entsprechen meiner politischen Haltung. Sachpolitik, Eigenverantwortung und tragfähige Lösungen stehen für mich im Vordergrund – unabhängig davon, ob eine Ortspartei besteht.

Bei welchen Themen sind Sie klar auf Parteilinie und wo weichen Sie ab?
Ich identifiziere mich mit den Grundwerten der Mitte. Bei kommunalen Fragen entscheide ich jedoch sachbezogen und unabhängig von der Parteilinie.

Bei welchem Entscheid des Gemeinderates in den letzten fünf Jahren waren Sie anderer Meinung?
Die Mehrkosten bei der Fussgängerbrücke Watt hätte ich kritischer hinterfragt. Ohne alle Hintergründe zu kennen, erwarte ich bei solchen Investitionen eine sorgfältige Kostenprüfung und Transparenz.

An wen sollen die Parzellen von Ochsen und Farinolihaus im Baurecht gehen?
Die Gemeindeversammlung hat den Auftrag zur Prüfung einer Baurechtslösung erteilt. Diesen Volkswillen gilt es umzusetzen. Entscheidend sind ein verlässlicher Partner und ein überzeugendes Projekt.

Der Gemeinderat will die Steuern per 2027 trotz budgetiertem Defizit senken. Wie stehen Sie zu diesem Entscheid?
Ich befürworte die Steuersenkung. Tiefe Steuern machen unsere Gemeinde attraktiv. Voraussetzung ist jedoch, dass die langfristige Finanzplanung stimmt und notwendige Investitionen gesichert bleiben.

Kürzlich wurde im Grossen Rat über die Fusion von Schul- und politischen Gemeinden diskutiert. Auch Roggwil hat noch zwei Schulgemeinden. Wie stehen Sie als ehemaliger Schulpräsident zu einer Fusion?
Eine Fusion kann durchaus ergebnisoffen geprüft werden. Ob dadurch der Verwaltungsaufwand tatsächlich sinkt und die Schulqualität erhalten bleibt, müsste jedoch sorgfältig analysiert werden.

Der letzte politische Inhalt, den Sie auf den Sozialen Medien gepostet haben?
Bisher habe ich keine politischen Inhalte auf sozialen Medien veröffentlicht. Ich bin generell zurückhaltend mit Beiträgen und bevorzuge den persönlichen Austausch und das direkte Gespräch.

Welches nach Gesetz legale Verhalten würden Sie per sofort büssen?
Unhöflichkeit und fehlenden Anstand! Aber zum Glück lässt sich nicht alles mit Bussen regeln. Manchmal bewirken gesunder Menschenverstand und ein klärendes Gespräch deutlich mehr.

Adrian Feuerle – Arbeitnehmervereinigung Roggwil (neu)

Adrian Feuerle – Arbeitnehmervereinigung Roggwil (neu)

Alter: 54
Beruf: Personalberater Ibt Personal AG
Zivilstand: verheiratet, 4 Kinder (22, 20, 11 und 7 Jahre)
Wohnhaft in Freidorf seit: Oktober 2025
Interessen: viele

Warum sind Sie qualifiziert für dieses Amt?
Ich bringe berufliche Erfahrung als Personalberater mit und bin es gewohnt, mit unterschiedlichen Menschen zu arbeiten, ihre Anliegen zu verstehen und Lösungen zu finden. Ich höre zu, hinterfrage und versuche, auch bei unterschiedlichen Interessen einen gemeinsamen Weg zu finden. Im Gemeinderat braucht es aus meiner Sicht genau diese Fähigkeiten.

Sie sind erst kürzlich von Berg nach Roggwil gezogen. In Ihrer ehemaligen Wohngemeinde zeigten Sie sich zuletzt enttäuscht vom Vorgehen und der Kommunikation des Gemeinderates beim Verkauf der Käsereistrasse 5, von dem Sie als Mieter direkt betroffen waren. Als Initiant des Referendums haben Sie eine Volksabstimmung zum Geschäft erwirkt. War es diese Erfahrung, die Sie bewogen hat, sich in Roggwil politisch engagieren zu wollen?
Die Erfahrung in Berg hat mir gezeigt, wie wichtig eine offene, rechtzeitige und nachvollziehbare Kommunikation zwischen Behörden und Bevölkerung ist. Als direkt betroffener Mieter habe ich erlebt, wie entscheidend es ist, dass Anliegen ernst genommen werden und Betroffene frühzeitig in einen Prozess einbezogen werden. Mit dem Referendum wollte ich erreichen, dass die Bevölkerung mitentscheiden kann. Diese Erfahrung hat mich politisch geprägt. Mein Engagement in Roggwil soll sich aber nicht auf einzelne Geschäfte beschränken. Ich möchte mich für eine Gemeinde einsetzen, in der die Menschen gehört werden und Entscheidungen transparent zustande kommen.

Welche politischen Schwerpunkte wollen Sie setzen?
Transparenz und Bürgernähe: Die Bevölkerung soll rechtzeitig informiert werden und bei wichtigen Vorhaben nachvollziehen können, warum welche Entscheidungen getroffen werden.
Gesunde Gemeindefinanzen: Ich möchte, dass Roggwil seine Mittel verantwortungsvoll einsetzt, notwendige Investitionen ermöglicht und gleichzeitig die finanzielle Belastung der Bevölkerung im Blick behält.
Attraktives Zusammenleben: Roggwil soll für Familien, ältere Menschen, junge Erwachsene und das lokale Gewerbe und auch die landwirtschaftlichen Betriebe, eine lebenswerte Gemeinde bleiben. Dazu gehören gute Rahmenbedingungen, Begegnungsmöglichkeiten und eine vorausschauende Entwicklung.

Ihr Wunschressort?
Ein Bereich, in dem ich meine beruflichen Erfahrungen im Umgang mit Menschen und Organisationen einbringen kann. Entscheidend ist für mich aber nicht allein die Bezeichnung des Ressorts. Ich möchte mich dort engagieren, wo ich einen konkreten Beitrag leisten kann und wo die Zusammenarbeit im Gemeinderat am meisten von meinen Fähigkeiten profitiert.

Roggwils aktuell grösste Baustelle?
Eine grosse Herausforderung ist aus meiner Sicht die Entwicklung des Dorfzentrums mit den Liegenschaften Ochsen und Farinolihaus. Hier geht es nicht nur um einzelne Gebäude oder Grundstücke, sondern um die Frage, wie sich Roggwil langfristig entwickeln soll. Es braucht eine Lösung, die wirtschaftlich tragbar ist, einen echten Mehrwert für die Bevölkerung schafft und zum Charakter des Dorfes passt. Gleichzeitig dürfen wir andere wichtige Aufgaben wie die Infrastruktur, die Gemeindefinanzen und die Weiterentwicklung der Verwaltung nicht aus den Augen verlieren.

Mit welchem konkreten Beitrag wollen Sie das Leben in der Gemeinde attraktiver gestalten?
Ich möchte dazu beitragen, dass Roggwil ein Ort bleibt, an dem man sich zu Hause fühlt und sich gerne einbringt. Dafür braucht es gute Begegnungsmöglichkeiten, eine verständliche Kommunikation der Gemeinde und ein offenes Ohr für die Anliegen der Bevölkerung. Bei konkreten Projekten möchte ich darauf achten, dass nicht nur gebaut oder Geld ausgegeben wird, sondern dass ein nachvollziehbarer Nutzen für die Menschen entsteht. Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam mit der Bevölkerung Lösungen entwickeln, statt erst am Ende über fertige Entscheide zu informieren.

Ihr Bruder Didi Feuerle amtet in Arbon seit 2019 für die Grünen als Stadtrat. Sie treten für die Arbeitnehmervereinigung Roggwil an. Wo verorten Sie sich auf der politischen Skale?
Ich möchte mich nicht einfach in ein klassisches Links-rechts-Schema einordnen lassen. Mir sind die Anliegen der Bevölkerung, faire Arbeitsbedingungen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern und eine gute Lebensqualität wichtig. Ich bin bereit, Lösungen unabhängig von ideologischen Grenzen zu prüfen. Entscheidend ist für mich, ob eine Entscheidung sachlich überzeugt und den Menschen in Roggwil etwas bringt. Dass mein Bruder politisch aktiv ist, bedeutet nicht, dass wir in jeder Frage dieselbe Haltung vertreten.

Bei welchem Entscheid des Gemeinderates in den letzten fünf Jahren waren Sie anderer Meinung?
Ich bin neu in Roggwil und möchte deshalb nicht den Eindruck erwecken, ich hätte bereits jeden Entscheid der vergangenen fünf Jahre im Detail beurteilt. Grundsätzlich würde ich Entscheidungen kritisch hinterfragen, wenn wichtige Informationen zu spät kommuniziert werden oder Betroffene zu wenig einbezogen sind. Aus meiner Erfahrung in Berg weiss ich, wie schnell Vertrauen verloren gehen kann, wenn sich Menschen vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen. Als Gemeinderat möchte ich darauf hinwirken, dass Alternativen, Konsequenzen und die Gründe für einen Entscheid frühzeitig und verständlich aufgezeigt werden.

An wen sollen die Parzellen von Ochsen und Farinolihaus im Baurecht gehen?
Für mich sollte nicht allein entscheidend sein, wer den höchsten finanziellen Ertrag verspricht. Wichtig sind ein überzeugendes Gesamtkonzept, die langfristige Wirtschaftlichkeit für die Gemeinde und ein konkreter Mehrwert für die Bevölkerung. Ich würde verschiedene Angebote anhand klarer und transparenter Kriterien vergleichen. Dazu gehören die Qualität der geplanten Nutzung, die architektonische Einordnung ins Dorfzentrum, die finanziellen Bedingungen des Baurechts und die Verbindlichkeit der Zusagen. Die Gemeinde sollte sich nicht vorschnell auf einen Namen festlegen, sondern die Lösung wählen, die langfristig am meisten überzeugt.

Der Gemeinderat will die Steuern per 2027 trotz budgetiertem Defizit senken. Wie stehen Sie zu diesem Entscheid?
Eine Steuersenkung kann sinnvoll sein, wenn die finanzielle Situation der Gemeinde dies langfristig zulässt. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass notwendige Investitionen finanziert werden können und die Gemeinde auch bei unerwarteten Ausgaben handlungsfähig bleibt. Für 2027 rechnet Roggwil gemäss veröffentlichtem Budget mit einem Aufwandüberschuss von 131'900 Franken. Beantragt ist eine Senkung des Steuerfusses um zwei Prozentpunkte von 44 auf 42 Prozent. Der Gemeinderat begründet dies unter anderem mit erwarteten stabilen Steuererträgen. Ich würde deshalb genau prüfen, wie belastbar die Einnahmenprognosen sind, welche finanziellen Reserven vorhanden sind und welche Investitionen in den kommenden Jahren anstehen. Entscheidend ist für mich eine nachhaltige Finanzpolitik. Eine Steuersenkung darf nicht dazu führen, dass wir notwendige Aufgaben später nicht mehr erfüllen können. Ich möchte den Entscheid deshalb anhand der vollständigen Budgetunterlagen beurteilen und nicht allein aufgrund eines einzelnen Jahres.

Kürzlich wurde im Grossen Rat über die Fusion von Schul- und politischen Gemeinden diskutiert. Auch Roggwil hat noch zwei Schulgemeinden. Wie stehen Sie zu einer Fusion?
Eine Zusammenführung könnte Entscheidungswege vereinfachen, Doppelspurigkeiten reduzieren und Zuständigkeiten klarer regeln. Gleichzeitig gilt es, die möglichen Nachteile sorgfältig abzuwägen: Die Nähe zu den Schulstandorten, die Mitsprache der Bevölkerung und die Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Ortsteile müssen gewährleistet bleiben. Ich bin der Meinung, dass zuerst die konkreten Vor- und Nachteile sowie die finanziellen und organisatorischen Auswirkungen transparent aufgezeigt werden müssen. Auf dieser Grundlage sollte gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden, den Schulverantwortlichen, den Eltern und der Bevölkerung diskutiert werden, welches Modell langfristig den grössten Nutzen bringt. Entscheidend ist nicht die Fusion an sich, sondern eine zukunftsfähige, qualitativ gute und finanziell tragbare Schule für Roggwil.

Corine Knupp – SVP (neu)

Corine Knupp – SVP (neu)

Alter: 42
Beruf: Rechtsanwältin
Zivilstand: verheiratet, 4 Kinder (16, 13, 8 und 6 Jahre)
Wohnhaft in Freidorf seit: 2017
Interessen: In meiner Freizeit steht meine Familie im Vordergrund. Zudem bin ich gerne in den Bergen – beim Wandern und im Wintersport.

Warum sind Sie qualifiziert für dieses Amt?
Ich verfolge die Roggwiler Politik seit Jahren aktiv. Als Rechtsanwältin habe ich ein gutes Verständnis für politische Prozesse und bin es gewohnt, Interessen abzuwägen und sachgerechte Lösungen zu finden.

Ihr Wunschressort?
Meine Motivation ist es, mich für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde einzusetzen. Welches Ressort ich dabei übernehme, ist für mich zweitrangig.

Was hat Sie zur Kandidatur motiviert?
Ich lebe mit meiner Familie sehr gerne in Roggwil. Deshalb möchte ich Verantwortung übernehmen und mich für eine positive Weiterentwicklung unserer Gemeinde einsetzen.

Roggwils aktuell grösste Baustelle?
Wie in vielen Gemeinden sind die stetig steigenden Kosten eine Herausforderung. Gleichzeitig gilt es, das Dorfzentrum und die gemeindeeigenen Liegenschaften vorausschauend und mit Augenmass weiterzuentwickeln.

Mit welchem konkreten Beitrag wollen Sie das Leben in der Gemeinde attraktiver gestalten?
Ich möchte mich für gute Rahmenbedingungen für Betriebe, Familien und Vereine einsetzen. Roggwil soll ein lebendiges Dorf bleiben, steuerlich attraktiv sein und über eine gute Infrastruktur verfügen.

Sie treten für die SVP an. Bei welchen Themen sind Sie klar auf Parteilinie und wo weichen Sie ab?
In Finanz- und Wirtschaftsfragen sowie bei Sicherheit und Eigenverantwortung bin ich auf Parteilinie. In der Familienpolitik vertrete ich teilweise eigene Positionen.

Bei welchem Entscheid des Gemeinderates in den letzten fünf Jahren waren Sie anderer Meinung?
Mein Fokus liegt auf der zukünftigen Entwicklung von Roggwil. Ich möchte mich lösungsorientiert für die Anliegen der Bevölkerung einsetzen, statt vergangene Entscheide nachträglich zu bewerten.

An wen sollen die Parzellen von Ochsen und Farinolihaus Ihres Erachtens im Baurecht gehen?
Die Parzellen sollen an einen Baurechtnehmer gehen, der ein Angebot plant, welches zur Aufwertung des Zentrums und der Gemeinde beiträgt. Wer das ist – da bin ich völlig offen.

Der Gemeinderat will die Steuern per 2027 trotz budgetiertem Defizit senken. Wie stehen Sie zu diesem Entscheid?
Da ich die Botschaft noch nicht kenne, kann ich den Vorschlag nicht abschliessend beurteilen. Steuerliche Attraktivität ist wichtig, muss aber auf einer mittel- bis langfristigen Finanzplanung beruhen.

Kürzlich wurde im Grossen Rat über die Fusion von Schul- und politischen Gemeinden diskutiert. Auch Roggwil hat noch zwei Schulgemeinden, eine davon, die Schulgemeinde Freidorf-Watt präsidiert Ihr Mann. Wie stehen Sie zu einer Fusion?
Kleine Strukturen sind oft persönlicher und effizienter. Beide Primarschulgemeinden bieten aus meiner Sicht eine hohe Schulqualität. Bei Bedarf sollte eine Fusion aber sachlich und ergebnisoffen geprüft werden.

Der letzte politische Inhalt, den Sie auf den Sozialen Medien gepostet haben?
Ich nutze die sozialen Medien primär als ergänzende Informationsquelle, nicht um mich zu äussern. Das mag altmodisch sein – ist aber so.

Welches nach Gesetz legale Verhalten würden Sie per sofort büssen?
Keines. Ich setze grundsätzlich auf Eigenverantwortung und gesunden Menschenverstand. Zudem haben wir in der Schweiz die politische Möglichkeit eine Gesetzesänderung anzustossen, wenn uns etwas stört.

Sandra Pfister – parteilos (bisher)

Sandra Pfister – parteilos (bisher)

Alter: 42
Beruf: Dipl. Pflegefachfrau HF und Erwachsenenbildnerin
Zivilstand: verheiratet, 2 Kinder (13 und 11 Jahre)
Wohnhaft in Roggwil seit: 2014
Interessen: Feuerwehr, Imkerei und Nähen

Sie sind seit 2022 Gemeinderätin von Roggwil. Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrer bisherigen Amtszeit gesetzt?
Den Aufbau unserer First Responder Gruppe, die Unterstützung in der Gründung von Vereinsangeboten im Kinder- und Familienbereich und zuletzt das Roggwil roggt.

Warum streben Sie eine weitere Amtszeit an?
Das Amt ist sehr vielseitig – mich reizt vor allem der Kontakt mit unseren Einwohnerinnen und Einwohnern und die Möglichkeit, die Lebensqualität in unserem Dorf aktiv mitgestalten zu können.

Sie sind aktuell zuständig für das Ressort Kultur, Sport und Freizeit. Streben Sie für die nächste Legislatur einen Wechsel an?
Ich habe ein sehr schönes Ressort, da fühle ich mich wohl, da würde ich gern bleiben.

Was war Ihre grösste Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Herausforderungen meistert man am besten damit, dass sie erkannt werden und schrittweise angegangen werden. Mich persönlich fordert heraus, dass die politischen Mühlen manchmal sehr langsam mahlen und ich das Tempo nicht in jedem Bereich direkt beeinflussen kann.

Welche politischen Schwerpunkte wollen Sie in der nächsten Legislatur setzen?
Wir brauchen eine Lösung für unser Zentrum. Zudem sollten wir die Zusammenarbeit mit unseren Werken optimieren. Auch der Austausch mit dem Volk ist wichtig – nur so können Bedürfnisse erfasst werden.

Roggwils aktuell grösste Baustelle?
Bekannterweise unser Dorfzentrum sowie die Spange Süd. Die Partizipation unserer Bevölkerung ist da ein wichtiger Bestandteil.

Sie treten als Parteilose an. Wo verorten Sie sich auf der politischen Skala zwischen links und rechts?
Ich sehe mich als Mitte-Vertreterin.

An wen sollen die Parzellen von Ochsen und Farinolihaus im Baurecht gehen?
Wir streben hier Alterswohnungen an. Schön wäre natürlich, wenn sich unsere Genossenschaft Alterswohnungen Roggwil Freidorf für ein gemeinsames Projekt gewinnen lassen könnte.

Der letzte politische Inhalt, den Sie auf den Sozialen Medien gepostet haben?
Die Unterstützung der Dargebotenen Hand. Wir tragen alle dazu bei, junge Menschen in ihren Krisen auf zu fangen und schwerwiegende Entscheidungen ihrerseits frühzeitig aufzufangen.

Welches nach Gesetz legale Verhalten würden Sie per sofort büssen?
Sofort büssen… ich würde gern sehen, dass Kinderspielplätze rauchfrei sind und wenn die Umweltverschmutzung am 1. August abnimmt habe ich sicher auch nichts dagegen.

Kürzlich wurde im Grossen Rat über die Fusion von Schul- und politischen Gemeinden diskutiert. Auch Roggwil hat noch zwei Schulgemeinden. Wie stehen Sie zu einer Fusion?
Da sehe ich zum aktuellen Zeitpunkt keinen Handlungsbedarf. Wir haben 2 sehr kompetente Schulbehörden. Jedoch anerkenne ich auch die Herausforderung die das Milizsystem an die Amtsträger stellt und welche zeitliche Belastung und Anforderungen es an diese mitbringt.

Jürg Lengweiler – FDP (bisher)

Jürg Lengweiler – FDP (bisher)

Alter: 56
Beruf: Mandatsleiter Unternehmen bei Howden Schweiz AG
Zivilstand: geschieden, 1 Kind (29 Jahre)
Wohnhaft in Roggwil seit: 2013
Interessen: singen, Philatelie, humorvolle Momente, kochen, Geschichte

Sie sind seit 2023 Gemeinderat. Welche Schwerpunkte haben Sie bisher gesetzt?
Wichtige Schwerpunkte waren die Krisenvorsorge, insbesondere bei möglichen Engpässen in der Strom- und Wasserversorgung. Die Verkehrssicherheit sowie die Umnutzung bestehender Zivilschutzräume in Bevölkerungsschutzräume. Ein weiteres wichtiges Projekt war und ist die Vorbereitung des geplanten Feuerwehrzweckverbands mit Arbon, über dessen Gründung im Dezember abgestimmt wird. Zudem förderte ich wo immer möglich unsere Landwirtschaft. Diese ist einer der wichtigsten Pfeiler unserer Gemeinde.

Was war Ihre bisher grösste Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Die komplexe Zusammenarbeit der Sicherheitsorganisationen zu verstehen, war eine grosse Herausforderung. Durch sehr viele persönliche Gespräche konnte ich wertvolle Einblicke gewinnen und ein Netzwerk aufbauen.

Was motiviert Sie, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren?
Ich übernehme gerne Verantwortung und gestalte die Zukunft Roggwils aktiv mit. Ich möchte laufende Projekte weiterbegleiten und mit Erfahrung, Engagement und gesundem Menschenverstand etwas bewegen.

Letztes Jahr stellten Sie sich auch für das Gemeindepräsidium zur Wahl, konnten sich aber nicht gegen Kevin Länzlinger durchsetzen. Was haben Sie aus diesem Wahlkampf mitgenommen?
Er war eine wertvolle Erfahrung mit vielen bereichernden Gesprächen. Ich würde ihn wieder gleich führen, respektiere den Entscheid der Bevölkerung und engagiere mich mit viel Freude weiterhin für Roggwil.

Roggwils aktuell grösste Baustelle?
Roggwil trotz steigender Kosten, unsicherer Steuereinnahmen, zunehmendem Verkehr und knappem Wohnungsmarkt eigenständig, finanziell gesund und lebenswert halten.

Welche politischen Schwerpunkte wollen Sie in der nächsten Legislatur setzen?
Abschluss der Gründung eines Feuerwehrzweckverband; Abschluss der Zuteilung und bauliche Änderungen Bevölkerungsschutz; alle Sicherheitsrelevanten Themen optimieren.

Sie sind aktuell zuständig für das Ressort Landwirtschaft und Sicherheit. Streben Sie für die nächste Legislatur einen Wechsel an und wenn ja, welches wäre Ihr Wunschressort?
Ich fühle mich im Ressort Landwirtschaft und Sicherheit wohl und würde gerne laufende Projekte noch abschliessen. Für neue Aufgaben bin ich offen, wenn ich damit unserer Gemeinde am besten dienen kann.

Sie treten für die FDP an. Bei welchen Themen sind Sie klar auf Parteilinie und wo weichen Sie ab?
Mit der Individualbesteuerung bin ich nicht auf Linie. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Umsetzung. Dies wird einen enormen bürokratischen Mehraufwand auslösen. Auf der Linie bin ich vollkommen mit der Eigenverantwortung und dem liberalen Gedankengut.

An wen sollen die Parzellen von Ochsen und Farinolihaus im Baurecht gehen?
Ich wünsche mir bezahlbaren Wohnraum für Familien und ältere Menschen, idealerweise durch eine Genossenschaft. Ein kleines Café als Treffpunkt würde unser Dorfleben zusätzlich bereichern.

Der letzte politische Inhalt, den Sie auf den Sozialen Medien gepostet haben?
Keine! Ich poste bewusst keine Beträge. Das persönliche Gespräch ist mir viel wichtiger als 1000 Likes.

Welches nach Gesetz legale Verhalten würden Sie per sofort büssen?
Wer beim Abbiegen den Blinker nicht benutzt, sollte eine Busse bezahlen. Gedankenlesen gehört schliesslich nicht zur Fahrausbildung. Aber bitte kein neues Gesetz, wir haben heute schon viel zu viel.

Kürzlich wurde im Grossen Rat über die Fusion von Schul- und politischen Gemeinden diskutiert. Auch Roggwil hat noch zwei Schulgemeinden. Wie stehen Sie zu einer Fusion?
Eine Fusion der beiden Schulgemeinden bringt aus meiner Sicht wenig Mehrwert. Spannender wäre die Zusammenführung mit der politischen Gemeinde, sofern daraus ein echter Nutzen entsteht.

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