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Ein Make-over auf vier Beinen

Das Steinacher Malerunternehmen Letti verpasste der Kuh von Othmar Huser einen frischen Anstrich. Für Firmeninhaber Rodolfo Letti war dieser Auftrag eine besondere Gelegenheit – nicht nur handwerklich, sondern auch als Statement für die Vielseitigkeit des Berufs.

Kim Berenice Geser

Othmar Huser, der ehemalige Inhaber der gleichnamigen Steinacher Schreinerei, hatte vor Jahren zu seinem 50. Geburtstag ein ganz spezielles Geschenk erhalten: die Kuh Nelly. Während sie den Winter über im Stall verbringt, erfreut sie sommers ihren Besitzer draussen auf dem Hof. Anders als ihre lebendigen Artgenossen ist Nelly aber nicht allwettertauglich. Die vergangenen Lenze forderten folglich ihren Tribut. Worauf sich Huser an die Malerei Letti wandte mit dem Wunsch, seiner Kuh ein neues Kleid zu verschaffen – bis anhin war sie nämlich gefleckt.

Beispiele für die Vielseitigkeit

Dem Make-over nahm sich Melanie Eisenhut an. Sie wusch und bürstete Nelly. Bestimmte dann in der Werkstatt die Farbtöne und probierte diverse Techniken aus. Speziell die Haftung war eine Herausforderung, die Kuh sollte ja nicht nach einem Jahr schon wieder die Haare verlieren. Nach einer hellen Grundierung, mehreren Lasuranstrichen und einem matten Schutzlack war Nelly bereit für das Fotoshooting auf dem Hof.

Für das Fotoshooting kam Kuh Nelly extra aus dem Stall, wo sie sonst den garstigen Winter verbringt.
Für das Fotoshooting kam Kuh Nelly extra aus dem Stall, wo sie sonst den garstigen Winter verbringt.
© z.V.g.

«Dieses Projekt ist für mich ein grossartiges Beispiel für die Vielseitigkeit des Malerberufs», sagt Rodolfo Letti. Und er hat gleich noch ein weiteres Beispiel in petto: Vor rund sechs Monaten trat die Jugendarbeiterin Sandra Culjaga an den Betrieb heran. Der Jugendraum im katholischen Pfarrheim sollte aufgefrischt werden – und zwar von den Jugendlichen selbst. Die Idee: Eigeninitiative fördern, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas Sichtbares schaffen. Das Malerteam unterstützte einen halben Tag lang vor Ort, erklärte Techniken, zeigte Arbeitsschritte und begleitete die Umsetzung fachlich. In mehreren Etappen arbeiteten die Jugendlichen – teilweise in Gruppen von bis zu zehn Personen – an ihrem Projekt.

Regelmässig neue Impulse setzen

Projekte wie der Jugendraum oder Kuh Nelly sind für Letti praktische Einblicke in ein Handwerk, das weit mehr umfasst als «nur Wände streichen». Das zu zeigen, ist ihm in Zeiten des rückläufigen Nachwuchsbestandes in seinem Metier ein besonderes Anliegen. Denn das Tätigkeitsfeld ist breit gefächert und bietet zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten. «Eigentlich umfasst unsere Arbeit mit Maler- und Gipserarbeiten, Spritzarbeiten und Tapezierarbeiten Fähigkeiten aus ganzen drei Berufsgattungen», meint er und ergänzt: «Und dann darf man die Dekorationsmalerei nicht vergessen. Gerade dekorative Techniken, Illusionsmalerei oder Betonkosmetik zeigen, wie kreativ und anspruchsvoll das Handwerk sein kann.» Seine Mitarbeitenden besuchen während der Wintermonate regelmässig Weiterbildungen in diesen Bereichen. «Damit bilden wir uns nicht nur weiter, sondern pflegen auch die Leidenschaft für unsern Beruf.» 

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