Technologie hautnah
Manuela MüllerÜber 20 Wochen hinweg haben 18 Lernende während der «Variosystems Talent Factory» im RoboTech Lab im Keller des Berufszentrums Arbon getüftelt und gewerkelt. Entstanden sind Projekte wie der «Varioboy», bei dem die Projektgruppe eine Spielkonsole herstellte, das Projekt «PiDisc», bei der ein elektronischer Kreisel entwickelt wurde und zu guter Letzt das Projekt «NorWay», ein Roboter, der die fertigen Werke von Lieferband zu Lieferband und damit ins Lager transportiert. Am Montagabend wurden die drei Projekte, sowie das Video, das über die Schaffenszeit, ebenfalls von Lernenden erstellt wurde, dem Publikum präsentiert. «Wir konnten alle gegenseitig voneinander profitieren und Arbeiten der jeweils anderen Berufe entdecken», lautete das Fazit der teilnehmenden Lernenden. Jede einzelne Gruppe stellte ihr Projekt und die einzelnen Schritte, welche sie benötigten, vor. Dazu gehörten Ideenfindung, Design, sowie Elektronik, Mechanik, Software und Automatisierung bis hin zu funktionsfähigen Prototypen und robotergestützten Arbeitsabläufen im RoboTech Lab. «Die 18-köpfige Gruppe aus Lernenden der Firmen Variosystems, Aerne Engineering, FPT Motorenforschung, Stadler Rail, SBW Haus des Lernens, sowie der Bruderer AG war die grösste und vielfältigste Teilnehmergruppe, die wir bislang bei einer ‘Variosystems Talent Factory’ hatten», erklärt Manuel Vogel, Inhaber von «birdypol», der Robotik- und KI-Firma, welche die technische Talentschmiede zusammen mit seinem Vater Niklaus Vogel betreibt.
Möglichkeit, Wissen zu teilen
Neu bei der «Talent Factory» mit dabei war in diesem Jahr die Bruderer AG aus Frasnacht. René Lüchinger, Mitglied der Geschäftsleitung, betont nach der Präsentation im RoboTech Lab, dass es immer schwieriger sei, Menschen zu finden, die technikaffin seien und diese Begeisterung auch weitertragen zu wollen. «In dieser Ausgabe waren zwei unserer insgesamt 30 Lernenden mit dabei. Sie sollen als Initianten fungieren und in den anderen Lernenden den Sportsgeist wecken, die nötige Extrameile zu gehen, um auch an dieser Talent Factory teilnehmen zu können», so Lüchinger.
Auch bei der Firma Variosystems, die als Partner der Talentschmiede fungiert, ist man von der Strahlkraft der Projekte, die im RoboTech Lab entstehen, überzeugt. Am Montag hob Roger Gantenbein, Head of HR Switzerland von Variosystems, in seiner Ansprache hervor, dass die «Talent Factory» einen wichtigen Beitrag dazu leiste, das Wissen regionaler Technologieunternehmen zu teilen, statt zu horten. Genau deshalb treibt «birdypol» den kontinuierlichen Ausbau eines Hightech-Bildungsökosystems in der Ostschweiz voran. «Ziel ist es, praxisorientierte Kompetenzen in den Bereichen Robotik, KI, Automatisierung und 3D-Technologien nachhaltig zu fördern und Nachwuchskräfte auf die Anforderungen moderner Industriebetriebe vorzubereiten», erklärt Manuel Vogel. Dass er und sein Vater damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich auch am steigenden Interesse weiterer Unternehmen wie «Emmi» oder «wicon». Weshalb «birdypol» zusätzlich die «Future Skill Factory» ab Februar anbieten wird. Der Fokus werde bei dieser «Factory» jedoch mehr in Richtung Maschinenbau gehen und eine neue IT Komponente beinhalten.